G20-Fachtagung in Berlin

Gemeinsames Engagement gegen Radikalisierung

Auf der G20 Fachtagung in Berlin diskutierten Expertinnen und Experten aus 28 Nationen präventive und pädagogische Maßnahmen gegen Radikalisierung und Terrorismus. Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Dr. Ralf Kleindiek betonte dabei die Wichtigkeit eines gemeinsamen Austauschs von Erfahrungen bei der Prävention gegen Radikalisierung in unseren Gesellschaften. Im Fokus der Veranstaltung stand die Kinder- und Jugendarbeit.

[Man sieht grafische Einblendungen mit verschiedenen Video-Eindrücken der Veranstaltung: Besucherinnen und Besucher im Austausch miteinander und einen Vortrag mit interessiertem Publikum. Es erscheinen die Schriftzüge “G20 Fachtagung in Berlin“, “130 ExpertInnen aus 28 Ländern“, “Thema Radikalisierungsprävention“, “Stärkung der Zivilgesellschaft“].

Ralf Kleindiek:

Vertreterinnen und Vertreter aus 28 Nationen sind hier und wir erfüllen einen Auftrag der Regierungschefinnen und –chefs der G20 Länder, nämlich: Erfahrungen auszutauschen, wenn es um die Prävention gegen Radikalisierung in unseren Gesellschaften geht.

[Es ist das Publikum einer Veranstaltung zu sehen. Eine der Besucherinnen hält ihr Smartphone in die Richtung des Podiums. Herr Kleindiek hält einen Vortrag.]

Shabnam Hashmi:

Radikalisierung entfernt die Jugend von den wirklich wichtigen Fragen. Der Traum von einer gleichberechtigten Gesellschaft, der Traum vom Aufbau von Nationen, die an soziale Gerechtigkeit glauben und ein Leben führen, in dem jeder Mensch Würde besitzt. Statt darauf hinzuarbeiten, nimmt die Radikalisierung viele junge Menschen von dort weg und führt sie auch zu Gewalt, was absolut niemandem gut tut.

[Man sieht Bilder eines Zusammentreffens von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern. Sie diskutieren und erarbeiten Ideen.]

Peter Neumann:

Radikalisierungsprävention ist ganz, ganz wichtig. Denn es ist klar: Repressive Maßnahmen sind natürlich ganz entscheidend, wenn es darum geht, Terrorismus zu verhindern. Aber die Polizei und die Nachrichtendienste erreichen natürlich nicht Leute in den frühen Stadien der Radikalisierung, wo möglicherweise Eltern, Familien, Schulen noch Zugang haben. Und wenn man Radikalisierung ganz am Anfang verhindern möchte, dann muss man eben auch diese zivilgesellschaftlichen Akteure mit reinbringen und da wird dann Prävention wichtig.

[Das Publikum der Fachtagung vernetzt sich bei einer Kaffeepause. Man sieht mehrere Nahaufnahmen von Personen, die sich im gemeinsamen Austausch befinden. An einer Wand hängen Poster der Kampagne whatifiwaswrong.org]

Judy Korn:

Die pädagogische Verantwortung liegt darin, Menschen dabei zu unterstützen, sich zu verändern. Und die sicherheitspolitische liegt dabei, zu gucken, dass wenn von einer Person Gefahr ausgeht, diese Gefahr abzuwenden. Und der wichtigste Aspekt für mich dabei ist, in so einer Kooperation die verschiedenen Rollen klar und deutlich zu machen und voneinander abzugrenzen.

[Eine Expertin hält einen Vortrag.]

Eelco Kessels:

In erster Linie werden Gefängnisse sowohl von der Öffentlichkeit als auch von der Regierung als ein Ort gesehen, an dem man die “bösen Jungs“ einsperrt. Und vor allem mit dieser Gruppe und angesichts der grausamen Taten, die viele dieser Straftäter begangen haben, sollten die im Gefängnis sitzenden Terroristen weiterhin in Haft bleiben und weder die Finanzierung ihrer Verwaltung noch deren Wiedereingliederung ist sehr populär. Deshalb müssen wir zunächst dieses Problem angehen. Zweitens gibt es unter dem Personal, das mit ihnen arbeitet, eine Menge Angst und Missverständnisse über die Art der Gefahr, die von dieser Gruppe ausgeht. Sie sehen diese oft als ein und dieselben: Jeder Terrorist ist derselbe und stellt die gleiche Gefahr dar – etwas, das natürlich nicht stimmt.

[Eelco Kessels sitzt interessiert im Publikum. Auf der Bühne findet eine Podiumsdiskussion statt. Eine Besucherin macht sich Notizen.]

Humera Khan:

Es ist wirklich wichtig, dass man, sobald jemand indoktriniert ist und in irgendeiner Weise mit einem zu tun hat, interveniert bzw. dass man sich auch mit diesem Teil der Ideologie auseinandersetzt. Wenn man also Radikalisierung verhindern möchte, würden wir fast sagen, das ist nicht erst der Anfang, man ist schon dabei.

[Zwei Frauen sprechen auf der Bühne. Man sieht das Publikum applaudieren.]

Omar Gilanisyed:

Unser Projekt ist bei jungen Muslimen sehr beliebt und der Grund dafür ist, dass wir statt über Sprachen, Zielgruppen und Zielpersonen durch eine Art von Humanisierung, das Verwenden einer anderen Sprache und das Inkludieren von Personen arbeiten.

[Ein Poster mit der Aufschrift „SID – cooperation for inclusive dialoge“ ist zu lesen.]

Muhammad Laila Maghfurrodhi:

Durch Radikalisierungsprävention kann man Frieden sicherstellen. Und wenn man Frieden hat, hat man Wohlstand für Bürgerinnen und Bürger, für das Land.

[Man sieht eine Keynote von Herrn Kleindiek. Humera Khan hält mit ihrem Smartphone auf die Bühne.]

Ralf Kleindiek:

Radikalisierung, Extremismus kennt keine Grenzen, kennt keine Staatsgrenzen. Kennt aber auch vor allem im Internet keine Grenzen. Und deshalb ist eine internationale Zusammenarbeit so wichtig.

[Der Schriftzug “Demokratie leben!“ wird eingeblendet.]