Die Ministerin auf Sommerreise: Tag 2

Gemeinsam stark für Familie und gegen Rechtsextremismus

Am zweiten Tag ihrer Sommertour hat die Bundesfamilienministerin zwei spannende Projekte in Thüringen besucht: In Jena traf Dr. Katarina Barley beim Lokalen Bündnis für Familie auf Führungskräfte und Bündnisakteure, mit denen sie sich zu den Themen Väterfreundlichkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie austauschte. Im Anschluss besuchte sie den Demokratieladen in Kahla, der sich seit vielen Jahren - massiven Anfeindungen und einem Brandanschlag zum Trotz - für Demokratie und Vielfalt im Ort starkmacht.

[Man sieht, wie sich die Ministerin mit Projektverantwortlichen in Jena unterhält.]

Katarina Barley:

Wir haben uns Jena als Ziel ausgesucht, um über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nochmal gesondert zu sprechen, weil das hier in der gesamten Stadt besonders gut klappt. Das hat was damit zu tun, dass diese Stadt einen ganz hohen Fachkräftebedarf hat und sich die Unternehmen auch viel einfallen lassen müssen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten.

[Die Ministerin spricht mit den Akteuren vor Ort und lässt sich verschiedene Produktionseinrichtungen in Jena zeigen.]

Ulrich Krauss:

Das reicht von Kinderbetreuungsangeboten über Sport- und Gesundheitsprogramme, die wir anbieten, bis hin zu Ideen, wie wir Pflege – es geht ja nicht immer nur um die Kinderbetreuung – wie wir Pflegenotwendigkeiten auch mit einem Arbeitsalltag verbinden können. Das alles tun wir, um uns als Arbeitgeber - nicht nur in der Region, sondern bundesweit – nach wie vor attraktiv zu halten.

[Frau Barley hört sich einen Vortrag an und blickt interessiert zu dem Referierenden.]

Katarina Barley:

In Jena kann man sagen, dass hier das “Bündnis für Familie“ besonders gut funktioniert, weil hier besonders viele Führungskräfte mit am Tisch sitzen. Sie haben mir die Erfahrung vermittelt, dass, wenn die Leute, die da am Tisch sitzen, wirklich entscheiden können, dass dann auch mehr passiert als wenn das immer nochmal aus dem Bündnis heraus in die Führungsetagen kommuniziert werden muss. Das ist vielleicht auch ein Beispiel für viele andere Lokale Bündnisse.

[In einer Gesprächsrunde diskutiert die Ministerin mit unterschiedlichen Führungskräften.]

Katarina Barley:

Das war ein sehr, sehr beeindruckender Termin hier in Kahla. Hier gibt’s eine sehr starke rechtsextreme Szene. In Thüringen hat es im vergangenen Jahr 160 rechtsextreme Übergriffe gegeben – so viele wie noch nie zuvor. Und wir waren erst im Demokratieladen, wo Menschen, die gegen rechtsextreme Tendenzen kämpfen, eine Anlaufstelle finden.

[Es ist die Innenstadt von Kahla zu sehen. Die Ministerin besucht das Rathaus. Man sieht ein Banner mit der Aufschrift “Vorurteile können schneiden wie ein Messer“.]

Michael Schaffhauser:

Und wer hier jetzt offen für Demokratie auftritt und dann noch sagt, er ist für Weltoffenheit und Teilhabe und Toleranz, der kann schon auf ein missmutiges Gesicht stoßen. Es kann aber auch sein, dass solche Menschen bedroht werden, wenn sie tatsächlich aktiv sich einsetzen – bis hin zu Angriffen. Und 2016 wurde ein Brandsatz gelegt, das heißt es wurde ein Explosivkörper gezündet mit Brandbeschleuniger. Der wurde im Eingangsbereich gezündet. Und das schlimme daran ist, das ist hier ein Wohnhaus. Das heißt man kommt in eine schlimme Lage, wenn man Pech hat.

[Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen die Ministerin in Gesprächen auf die Situation in Kahla aufmerksam. Es sind Bilder des Wohnhauses zu sehen, in dem der Brandsatz gezündet wurde.]

Katarina Barley:

Das ist ein Problem, das nicht kleiner wird, wenn man nichts dagegen tut, sondern man muss wirklich aktiv sich dagegen stellen und da unterstützt auch das Programm “Demokratie leben“.