Die Ministerin auf Sommerreise: Tag 3

Für familienfreundliche Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

An Tag drei der Sommertour besuchte die Bundesfamilienministerin verschiedene Projekte in Hessen: Unter dem Motto des Bundesprogramms "Willkommen bei Freunden" hat es sich die Stadt Maintal zur Aufgabe gemacht, ein Integrationskonzept für Geflüchtete zu entwickeln. In Gießen befasste sich Dr. Katarina Barley dann mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus Unternehmensperspektive. Im Mehrgenerationenhaus in Eschborn erlebte sie den Austausch von Menschen verschiedener Generationen und unterschiedlicher Herkunft: Seniorinnen und Menschen mit Fluchterfahrung begeisterten die Ministerin mit dem Musiktheaterprojekt "Auf einmal fremd. Ein Generationenaustausch".

[Man sieht eine Deutschlandkarte auf der die Stadt Maintal markiert ist.]

Katharina Barley:

In Maintal habe ich mir die Umsetzung des Programms “Willkommen bei Freunden“ angesehen. Das Programm unterstützt Ehrenamtliche und Hauptamtliche dabei, Flüchtlinge gut zu integrieren. Denn die Hauptlast der Integration tragen ja bei uns in Deutschland ganz klar die Ehrenamtlichen, die unheimlich viel Zeit und Engagement damit verbringen, Flüchtlingen Deutschland näher zu bringen, die Flüchtlinge in Deutschland zu integrieren in die Kultur, in Arbeit, in Bildung. Und da machen die Ehrenamtlichen wirklich einen super Job.

[Die Ministerin spricht in die Kamera. Sie steht neben Ehrenamtlichen und lässt sich von Flüchtlingen ein gestaltetes Plakat erklären.]

Judith Strohm:

Wir haben hier in Maintal über 250 Ehrenamtliche, die sich für Geflüchtete und gemeinsam mit ihnen engagieren, die auch ein wichtiger Teil des Bündnisses sind. Und zu dem Bündnis hier gehören neben den Ehrenamtlichen natürlich auch Politik und Verwaltung, die alle miteinander an einem Strang ziehen und neben Bildung auch insbesondere den Zugang zu Praktikumsplätzen, Ausbildung und Arbeit in den Fokus gerückt haben.

[Man sieht Flüchtlinge in einer Reihen sitzen und im Gespräch mit Ehrenamtlichen. Alle stellen sich gemeinsam zum Gruppenfoto mit der Ministerin auf.]

Katharina Barley:

Dabei brauchen sie Unterstützung – hauptamtliche Unterstützung und auch finanzielle Unterstützung, damit sie sich vernetzen können, voneinander lernen können und das leistet das Programm “Willkommen bei Freunden“.

[Man sieht eine Deutschlandkarte auf der die Stadt Gießen markiert ist.]

Katharina Barley::

Wir haben das Unternehmen Pascoe in Gießen besucht. Es ist ein besonders familienfreundliches Unternehmen und ist auch Mitglied in unserem Netzwerk “Erfolgsfaktor Familie“. 71% der Belegschaft sind Frauen und was dieses Unternehmen besonders auszeichnet ist, dass es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz extrem einbezieht in alle Vorgänge und auch sehr transparent ist gegenüber den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, was Unternehmenszahlen usw. betrifft.

[Die Ministerin spricht in die Kamera. Man sieht ein Kind mit seinem Vater im Spielzimmer. Die Ministerin wird durch den Produktionsbereich der Firma geführt. Alle tragen weiße Schutzkleidung.]

[Man sieht eine Deutschlandkarte auf der die Stadt Eschborn markiert ist.]

[Man sieht eine Gruppe aus Alt und Jung zusammen tanzen und singen. Die Ministerin klatscht im Takt. Ein Mann spielt Klavier]

Katharina Barley:

In Eschborn habe ich das Mehrgenerationenhaus besucht und wir haben 550 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland, die wir fördern vom Ministerium aus. Jedes ist anders, jedes hat eigene Schwerpunkte.

Beate Baum-Dill:

Ich glaube das Besondere ist, dass wir tatsächlich ein Mehrgenerationenhaus sind, was von diesen Schwerpunkten, die uns ja ein Stück weit vorgegeben sind, nahezu alle vorhält. Wir haben eine sehr lebendige Arbeit mit jungen Familien, wir haben einen großen Schwerpunkt Senioren, wir haben eben neu den Schwerpunkt Interkulturelles. Wir haben dieses Stück Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und das für ein doch relativ kleines Haus mit nicht so sehr vielen Mitarbeitern.

[Man sieht die Besucherinnen und Besucher des Mehrgenerationenhauses zusammen mit der Ministerin an einem großen Tisch sitzen und reden.]

Astrid Bardenheier:

Also für mich ist es immer wichtig in meiner Arbeit – gerade bei Senioren –, die Ressourcen zu fördern. Also dieses “Wir gehen mal Kaffeetrinken und lehnen uns zurück“ – ich glaube das ist vorbei. Wir sind im demografischen Wandel und Senioren haben ja auch gesellschaftliche Verantwortung. Und das geht nur, wenn sie drin bleiben.

Katharina Barley:

Und hier ging es vor allen Dingen um eine Begegnung zwischen jungen Flüchtlingen und Seniorinnen. Ein ganz spannendes Theaterprojekt. Das heißt “Auf einmal fremd“ und bringt so die Gemeinsamkeiten hervor zwischen diesen beiden Gruppen. Natürlich treibt die Menschen hier um: Was wird aus diesen jungen Flüchtlingen? Das ist ganz deutlich in den Gesprächen herausgekommen. Und die bekommen hier ein bisschen so etwas wie Familie, hatte ich den Eindruck.

[Mehrere junge Flüchtlinge und Seniorinnen stehen zusammen und machen ein Foto mit der Ministerin.]