Internationaler Frauentag

Franziska Giffey: "Frauen müssen sichtbarer werden"

Anlässlich des Internationalen Frauentages grüßt Bundesfrauenministerin Franziska Giffey die Frauen in Deutschland. Sie erinnert an die mehr als hundertjährige Geschichte des Weltfrauentages und betont die vielen gleichstellungspolitischen Meilensteine, die seither erreicht wurden. Gleichzeitig ruft sie dazu auf, dass Frauen in der Gesellschaft sichtbarerer werden und wirbt für eine moderne Gleichstellungspolitik.

[Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Franziska Giffey steht vor einer blauen Pressewand und spricht in die Kamera. Im Hintergrund links ist die Europa- sowie Deutschlandflagge zu sehen.] 

Franziska Giffey

Liebe Frauen, als Frauenministerin grüße ich sie heute ganz besonders herzlich, denn es ist Weltfrauentag und wir erinnern uns als mutige Frauen im Jahr 1910 den Weltfrauentag ins Leben riefen, da ging es ihnen um das Wahlrecht für Frauen. Von Gleichstellung waren sie damals Lichtjahre entfernt. Acht Jahre später kam das Wahlrecht – und vieles hat sich seitdem verändert. Aber einiges bleibt auch noch zu tun. Zum Beispiel bei den sozialen Berufen. Hier arbeiten besonders viele Frauen: im Pflegeheim, im Krankenhaus oder in der Kinderbetreuung. In der Corona-Pandemie haben wir gesehen: Frauen halten den Laden an ganz vielen Stellen am Laufen. Ich werbe daher für die Aufwertung der sozialen Berufe. Für bessere Löhne, für mehr und echte Anerkennung. Ich arbeite aber auch dafür, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Das ist eine Frage des Respekts, der Anerkennung und der Wertschätzung. Frauen müssen in unserer Gesellschaft sichtbarer werden. Dafür haben wir zum Beispiel das zweite Führungspositionen-Gesetz gemacht, das zurzeit im Bundestag beraten wird. Damit gläserne Decken für Frauen endlich der Vergangenheit angehören. Und damit unsere Kinder sehen, dass Frauen auch in den Vorstandsetagen deutscher Unternehmen nicht die Ausnahme sind, sondern Normalität werden. Damit die Gleichstellungspolitik in Deutschland noch sichtbarer ist, soll sie künftig eine eigene Adresse bekommen: Wir wollen zusammen mit dem Deutschen Bundestag noch in diesem Jahr die Bundesstiftung Gleichstellung errichten. Und damit ein Haus für die Gleichstellung. Verglichen mit 1910 haben wir viel erreicht. Aber unser Weg geht weiter. Der Weg einer modernen, partnerschaftlichen Gleichstellungspolitik. Damit Frauen sichtbarer werden und alle Chancen haben. Damit Frauen und auch Männer ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten können. Für all das kämpfe ich. Am 8. März und danach. Lassen Sie uns den Weltfrauentag in diesem Sinne gemeinsam feiern. Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen. Ihre Franziska Giffey.