Kindergeld & Co

Erklärfilm zu den Leistungen für Familien

Wer Kinder hat, verdient die Unterstützung des Staates. Doch so vielfältig die Familien sind, so unterschiedlich sind auch die Leistungen, die sie benötigen. Dieser Film erklärt  Kindergeld, Kinderzuschlag und Unterhaltsvorschuss sowie Kinderfreibeträge und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Wer Kinder hat, verdient die Unterstützung des Staates. Doch so vielfältig die Familien sind, so unterschiedlich sind auch die Leistungen und steuerlichen Freibeträge, die sie benötigen. Dazu gehören: Das Kindergeld, der Kinderzuschlag, der Unterhaltsvorschuss, die steuerlichen Freibeträge für Kinder und der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Kindergeld erhalten alle Familien unabhängig vom Einkommen. Es wird grundsätzlich für alle Kinder bis 18 Jahre gezahlt. Ist Ihr Kind arbeitslos, wird das Kindergeld bis 21 Jahre gezahlt. Befindet sich Ihr Kind in Ausbildung, erhalten Sie Kindergeld bis 25 Jahre. Das Kindergeld müssen Sie schriftlich beantragen. In der Regel ist dafür die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit zuständig. Das Kindergeld beträgt pro Monat je 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das dritte, sowie 235 Euro für jedes weitere Kind. Unter gewissen Voraussetzungen können Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft ebenfalls Kindergeld erhalten. Die steuerliche Freistellung des Existenzminimums eines Kindes wird durch Kindergeld beziehungsweise die Freibeträge für Kinder bewirkt. Die Freibeträge stehen bis zum 18. Lebensjahr der Kinder ohne Voraussetzungen allen Eltern zu. Nach Vollendung des 18. Lebensjahrs werden sie unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 25. Lebensjahr gewährt – zum Beispiel, wenn sich Ihr Kind in einer Berufsausbildung befindet. Der Kinderfreibetrag beträgt für 2018 4788 Euro. Für 2019 4980 Euro und für 2020 5172 Euro.

Der Kinderfreibetrag steht beiden Elternteilen jeweils zur Hälfte zu. Als alleinerziehendes Elternteil haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen auch Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag. Darüber hinaus gibt es zusätzlich noch einen Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf in Höhe von insgesamt 2640 Euro. Auch dieser Freibetrag steht beiden Elternteilen grundsätzlich zur Hälfte zu. Wenn Sie ein minderjähriges Kind alleine erziehen, können Sie auf Antrag den Anteil des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen. Über die Gewährung der Freibeträge für Kinder entscheidet das Finanzamt. Es führt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer eine Günstigerprüfung durch. Erreicht das Kindergeld nicht die steuerliche Wirkung der Freibeträge für Kinder, so werden diese von Ihrem Einkommen abgezogen und mit dem Kindergeld verrechnet, das Sie bereits erhalten haben. 

Eltern, die genug für sich selbst verdienen, aber nicht genug, um für den gesamten Bedarf der Familie aufzukommen, erhalten Kinderzuschlag. Dieser wird für jedes unverheiratete Kind bis 25 Jahre gezahlt, wenn Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen für das betreffende Kind Kindergeld bekommen. Außerdem dürfen Sie keinen Anspruch auf SGB II-Leistungen wie das Arbeitslosengeld II haben. Das ändert sich ab dem 1. Januar 2020. Dann können Sie den Kinderzuschlag auch erhalten, wenn Sie mit dem Kinderzuschlag und Wohngeld nicht mehr als 100 Euro unter dem SGB II-Anspruch bleiben. Ihr Einkommen darf außerdem eine gewisse Mindestgrenze nicht unterschreiten, eine festgelegte Höchstgrenze aber auch nicht überschreiten. Die Mindestgrenze liegt bei 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende. Die Höchstgrenze ist für jede Familie eine andere. Sie ist zum Beispiel abhängig von den Wohnkosten der Familie und der Anzahl der Kinder. Zum 1. Januar 2020 entfällt die Höchstgrenze, so dass Sie Kinderzuschlag dann auch bei etwas höherem Einkommen beziehen können. Das Einkommen Ihrer Kinder, zum Beispiel Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss, wird auf den Kinderzuschlag angerechnet. Neu ist, dass es seit dem 1. Juli 2019 nur noch zu 45 Prozent angerechnet wird. Ein Antrag lohnt sich also auch, wenn Sie alleinerziehend sind und ein kleines Einkommen haben. Der Kinderzuschlag beträgt pro Monat maximal 185 Euro. Zusätzlich können Sie Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten. So gibt es ab 1. August 2019 ein kostenloses Mittagessen in Schule und KiTa und ein Schulbedarfspaket von dann 150 Euro. Ebenfalls ab 1. August 2019 gilt die Befreiung von KiTa-Gebühren für Bezieherinnen und Bezieher von Kinderzuschlag. Den Kinderzuschlag müssen Sie schriftlich beantragen, und zwar bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse können Sie prüfen, ob ein Anspruch auf Kinderzuschlag in Betracht kommt. Auch wenn jetzt kein Anspruch besteht, lohnt sich eine erneute Prüfung zum 1. Januar 2020. Dann haben Sie beispielsweise auch einen Anspruch, wenn Ihr Einkommen heute etwas über der Höchstgrenze liegt.  Eine erneute Antragstellung kann sich also lohnen.

Unterhaltsvorschuss gibt es dann, wenn Ihr Kind keinen Unterhalt bekommt. Er wird höchstens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt. Er beträgt für Kinder bis 5 Jahre monatlich 150 Euro, für Kinder von 6 bis 11 Jahren monatlich 202 Euro. Ihr Einkommen als alleinerziehendes Elternteil ist dabei unerheblich. Für Kinder von 12 bis 17 Jahren besteht ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist oder Sie als alleinerziehendes Elternteil im SGB II-Bezug mindestens 600 Euro brutto verdienen. Sie erhalten dann monatlich 272 Euro Unterhaltsvorschuss. Den Unterhaltsvorschuss müssen Sie schriftlich beantragen, in der Regel beim zuständigen Jugendamt. Unter gewissen Voraussetzungen können Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft ebenfalls Unterhaltsvorschuss erhalten.

Alleinerziehende werden bei der Einkommensteuer besonders berücksichtigt. Ihnen hilft der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Steuerfreibetrag in Höhe von 1908 Euro. Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um je 240 Euro pro weiterem Kind. Der Entlastungsbetrag von 1908 Euro wird über die Lohnsteuerklasse II, der Steuerklasse für Alleinerziehende, automatisch berücksichtigt. Die Erhöhungsbeträge für weitere Kinder können Sie auf Antrag vom zuständigen Finanzamt als Freibetrag in Ihre Lohnsteuerkarte eingetragen lassen. Weitere ausführliche Informationen zu den einzelnen Leistungen und Hilfen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesfamilienministeriums sowie im Familienportal. Nutzen Sie auch das Infotool des Bundesfamilienministeriums. Hier können Sie anhand weniger Angaben herausfinden, welche Familienleistungen für Sie in Frage kommen.