Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz Ein besseres Leben mit Demenz

Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz haben es sich zur Aufgabe gemacht, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen ein besseres Leben mit ihrer Krankheit zu ermöglichen.

[Man sieht unterschiedliche Personen, die sich kreativen Arbeiten widmen und dabei ununterbrochen miteinander im Dialog sind.]

Sprecherin:

Ein besseres Leben mit Demenz in Deutschland – das haben sich die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz zur Aufgabe gemacht. Über 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Ziel der lokalen Allianzen ist es vor allem, die Lebenssituation für betroffene Menschen und ihre Angehörigen vor Ort zu verbessern und die Gesellschaft für die Situation der Betroffenen zu sensibilisieren.

[Man sieht eine Gruppe von Menschen zusammen durch den Wald spazieren. Personen schauen auf eine Landkarte.]

[Es ist eine Frau zu sehen, die die Hand einer anderen hält. Danach werden Bilder von Menschen, die zusammen künstlerisch oder handwerklich tätig sind, gezeigt.]

Sprecherin:

Eine Demenzdiagnose darf nicht zum Ausschlusskriterium unserer Gesellschaft werden. Wir brauchen Strukturen vor Ort, die Erkrankten und ihren Familien helfen, trotz Demenz ihren Alltag so normal wie möglich weiter zu leben. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ganz Deutschland 500 Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Diese werden über einen Zeitraum von zwei Jahren mit jeweils 10.000 Euro gefördert.

[Man sieht eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam Gymnastik macht.]

Günter Niermann:

Dass wir in den Kommunen Treffpunkte schaffen für Jung und Alt und dass wir auch Kommunen zu einem Netzwerk-Knotenpunkt ausbauen. Das heißt, alles, was um dieses Thema Demenz rankt, kann an einer Stelle in dem Sinne bearbeitet werden und die Menschen können hier die Hilfe auch bekommen, die sie brauchen – sich in der Kommune zu vernetzen auch aus dem Grunde, weil die Hilfeleistungsangebote müssen in der Kommune greifen, wo der Mensch wohnt.

[Die Sportgruppe übt gemeinsam mit Gymnastikbändern.]

Sprecherin:

In den Lokalen Allianzen vernetzen sich Partner und nehmen Einfluss, damit Menschen mit Demenz ebenso wie ihre pflegenden Angehörigen nicht ausgegrenzt werden, sondern Hilfe und Unterstützung erfahren. Es gilt die Betroffenen so lange wie möglich in das gesellschaftliche Leben einzubeziehen und ihre Lebenssituation dauerhaft zu verbessern.

[Eine Gruppe von Menschen ist zu Besuch im Lehmbruck-Museum und betrachtet interessiert eine Plastik.]

Sybille Kastner:

Es ist tatsächlich ganz anders, was die Geschwindigkeit angeht. Ich muss mich wirklich auch darum bemühen, Raum zu lassen. Ich muss Langsamkeit zulassen, weil das Gefühl für Zeit ist glaube ich einfach grundsätzlich anders bei Menschen mit Demenz.

[Kunstvermittlerin Sybille Kastner kümmert sich besonders um Besucherinnen und Besucher mit Demenz.]

Günter Niermann:

Das Wort "offen“ ist ein ganz wichtiger Punkt. Weil ich glaube unsere Aufgabe ist es, die Menschen in unsere Gemeinschaft zu integrieren.

[Es sind Menschen mit und ohne Demenz zu sehen, die sich miteinander unterhalten.]

Sprecherin:

Die Bündelung und Vernetzung der Potenziale von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Gewerbe, Bildungseinrichtungen, Politik und Kommunalverwaltung können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

[Ein Bilderbuch wird zusammen angesehen.]

Roland Klenk:

Das Ziel ist, die immer mehr werdenden Betroffenen und vor allem auch deren Angehörige nicht alleine zu lassen mit dieser Situation, der Gesellschaft eine Plattform zu geben, hier hilfreich zur Seite stehen zu können und deshalb auch dieses Netzwerk Demenz.

[Im Bild sind Männer, die gemeinsam handwerken.]

Hans-Jörg Schaude:

Zum Thema Tabu sind die Allianzen für Demenz natürlich ein ganz, ganz entscheidender wesentlicher Schritt, um da auch weiterzukommen. Man darf jetzt auch nicht im Zeitraum von ein, zwei Jahren denken, wie wir jetzt schon dabei sind. Da muss man schon längere Zeiträume anpeilen, um da auch die Netzwerke so tragfähig zu machen.

[In der Werkstatt gibt es Wiener zum Mittag.]

Sprecherin:

Demenzerkrankte und ihre Angehörigen gehören in die Mitte der Gesellschaft. Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz sind ein wichtiger Schritt für mehr Verständnis und ein besseres Leben mit Demenz in Deutschland.

[Zum Schluss ist eine Gruppe von Menschen im gemeinsamen Dialog zu sehen.]