Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz Ehrenamtliche Patientenbegleitung im Klinikum Ludwigshafen

Seit Ende 2014 sind im Klinikum Ludwigshafen ehrenamtliche Demenzbegleiterinnen und -begleiter im Einsatz. Dadurch erfolgt neben der regionalen Zusammenarbeit der professionell tätigen Akteure der Demenzversorgung auch auf ehrenamtlicher Ebene eine Vernetzung. Mehr als 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz haben es sich zur Aufgabe gemacht, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen ein besseres Leben mit ihrer Krankheit zu ermöglichen.

[Man sieht das Klinikum Ludwigshafen von außen.]

Bianca Kautz:

Wir befinden uns hier im Klinikum Ludwigshafen. Wir sind ein Maximalversorger der Region. Wir haben im Haus ca. 1000 Betten.

Prof. Dr. Armin Grau:

Wir haben entdeckt, dass rund 20% der über 70 Jährigen Patienten, die in irgendeiner der vielen Kliniken des Klinikums kommen, an kognitiven Einschränkungen und an Verdacht einer Demenz erkrankt sind und für diese Patienten braucht man häufig ein besonderes Angebot.

[Es erscheint eine Einblendung mit der Information, dass es bundesweit 500 Lokale Allianzen mit vielfältigen Angeboten gibt. Man sieht, dass Frau Kautz eine Patientin begrüßt.]

Bianca Kautz:

Das war die Herausforderung, der wir uns so gestellt haben, dass wir begonnen haben, Patientenbegleiter, die speziell für Patienten mit Demenz und kognitiven Einschränkungen da sein sollen, auszubilden. Diese Patientenbegleiter gehen dann ins Ehrenamt bei uns und unser Antrag an die Lokalen Allianzen war im Grunde der, wir hatten die Idee, wir schaffen eine Vernetzung durch Demenzbegleiter auf der Ebene Ehrenamt, die eben die Überleitung in andere Bereiche verbessert.

[Man sieht Demenzbegleiterinnen und –begleiter, die zusammen mit dementen Personen Zeit verbringen – zum Beispiel beim Puzzlen.]

Gabriele Köstinger:

Mich hat eine Bekannte angemeldet, ohne dass ich es wusste und hat mich angerufen und hat gesagt, du hast heute Abend einen Kurs. Und dann bin ich hin gegangen und hab meine Ausbildung gemacht und habe dann hier sofort auf der Station vor drei Jahren angefangen.

[Gabriele Köstinger spielt mit einer Handpuppe.]

Gabriele Köstinger:

Dadurch, dass man mit den Händen in die Puppe hineinschlüpft, kann man die Patienten besser begrüßen, man kann winken, man kommt ins Zimmer und sagt hallo und alles lacht. Also es ist wunderschön. Für mich sind immer die schönen Sachen, wenn man den Menschen zuhören kann. Denn das ist in der heutigen Zeit sehr selten, dieses Zuhören-Können, aber das brauchen sehr viele, wenn sie hier auf der Station sind.

[Günter Bachmann hilft einem Mann mit Demenz beim Hinlegen und hält danach seine Hand.]

Günter Bachmann:

Wichtig ist ja, dass jemand da ist für die Leute, dass man einfach sagen kann, zu den Ehrenamtlichen, nimmt dir einfach Zeit für die. Es ist ja der Freiraum, den man den Leuten geben muss, den wir in der Pflege im Alltag oft nicht haben.

Isolde Helfmann:

Ja im Bildungsprogramm wird halt für die ehrenamtlichen Patientenbegleiter die haben unterschiedliche Module. Es geht einerseits um Kommunikation zu Basismodulen, es geht um die Demenz an sich, was ist dieses Krankheitsbild, was zeichnet es aus, wie reagieren die Leute. Diese Ehrenamtlichen haben einmal im Monat Supervision betreut durch eine Psychologin.

[Man sieht eine Demenzbegleiterin, die mit einer dementen Frau zusammen ein Buch liest.]

Prof. Dr. Armin Grau:

Man braucht mehr Zeit im Gespräch, man muss eine besonders einfache Sprache wählen, man muss Dinge mehrfach erläutern. Es geht uns darum Patienten möglichst gut zu versorgen. Darüber hinaus hat es dann natürlich auch einen ökonomischen Aspekt ganz Zweifelsohne. Wer Komplikationen vermeidet, vermeidet auch unnötige Kosten für das Haus und für das Gesundheitswesen insgesamt.

[Man sieht mehrere Leute, die zusammensitzen, Kekse essen und sich unterhalten. Es wird auf die Website des Klinikums hingewiesen: www.kliku.de]

Gabriele Köstinger:

Mit macht es Spaß auf jeden Fall und es wäre sehr schön, wenn sich noch ein paar Frauen entschließen könnten, wenn sie nur einmal im Monat kommen, dann wäre uns schon geholfen.