Begleitung am Lebensende

Ehrenamtlich in der Hospizarbeit - Engagement mit vielen Facetten

Die ehrenamtliche Hospizarbeit kann ganz unterschiedlich aussehen: Ehrenamtliche begleiten die Sterbenden zu Hause, in Pflegeeinrichtungen, in Krankenhäusern und sie engagieren sich in stationären Hospizen. Einer, der Menschen am Lebensende begleitet, ist Taylan Zimmermann.

Ob das Sterben zum Leben dazu gehört? Auf jeden Fall, ja. Und auch der Prozess. Was ich da gesehen habe ist, dass das Sterben im sozialen Kontext und sozial getragen zu sein positiv behaftet sein kann für alle Beteiligten.

Ein Motivator bei mir für das Ehrenamt war, dass ich irgendwann keine Lust mehr hatte noch irgendeine TV-Serie zu gucken. Das kann nicht hundert Prozent meiner Freizeit füllen. Das würde für mich nicht mehr sinnvoll sein.

[Taylan klappt seinen Laptop zu. Er steht auf und verlässt sein Zimmer in Richtung des Wohnzimmers, um den Laptop in seiner Tasche zu verstauen. Dann schnappt er sich seinen blaugrünen Kapuzenmantel und verlässt die Wohnung.]

Also ich studiere und arbeite nebenbei. Und das ist schon eine häufige Reaktion, dass andere Menschen dann sich fragen: Woher nimmt der die Zeit?

Wenn ich an einem Tag schon etwas drinstehen habe, dann klatsche ich mir da gerne noch mehr drauf und dann mache ich da irgendwie ganz viel, wenn ich die Motivation dazu habe. Und dafür schaffe ich mir komplette freie Tage, wo ich gar nichts machen muss.

Ich habe jetzt fünf Jahre studiert und für meine Master-Arbeit bin ich jetzt am Beenden sozusagen. Das heißt irgendwie alles nochmal Korrektur lesen. Das ist schon immer noch sehr zeitintensiv.

Das Ehrenamt an sich ist etwas, dass ich nie aus dem Kopf raus gekommen habe. Und dann habe ich diese Ausschreibung gelesen und wusste: Alles klar, das gucke ich mir an. Das mach ich.

Was mir viel hilft ist tatsächlich der gute Support. Das ist etwas, was mir ganz, ganz viele Ängste auch nimmt. Weil ich weiß, dass da immer jemand ist, auf den ich zurückgreifen kann.

Mit dem Ehrenamt ist das einfach eine Zeit, die mir nicht die Frage hinterlässt: War das gut genutzte Zeit? Sondern im Idealfall trägt man dazu bei, dass das System Familie getragen wird und weiter funktionieren kann.

Mein Name ist Taylan Zimmermann. Ich bin für Sterbende und ihre Angehörigen da. Als Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit.

[Taylan durchschreitet einen Hinterhof. An Häuserwänden oder kleineren Bäumen stehen Fahrräder angelehnt. Er geht bis zu einer dunkelgrünen Tür, die er aufdrückt und die Treppe hinauf zu einer ihm sich öffnenden Wohnungstür steigt. Freundlich begrüßt er eine uns nicht sichtbare Person.]