Lokale Allianzen Drum Circle: Trommeln für Toleranz

Im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium geförderten Programms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" richtet sich das Musikangebot "Drum Circle" der Villa Albrecht in Berlin an Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen sowie Interessierte aus der Nachbarschaft. Der "Drum Circle" ist eine Ermutigung zum gemeinsamen Musizieren - das inklusive Trommeln und Singen fördert das Miteinander, stärkt die Gesundheit und lebt Toleranz.

[Man sieht trommelnde Menschen.]

Ricarda Raabe:

Drum Circle ist eine Methode oder eine Art der Trommelanimation, die in Kalifornien den Hauptsitz hat oder die Idee ist in Kalifornien entstanden und wir versuchen, Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, ganz unterschiedlicher kultureller Herkunft, Alter, zusammenzubringen, um gemeinsam zu trommeln. Das heißt es gibt kein fertiges Trommelstück, sondern es entsteht Music einfach in the moment, es passiert einfach. Und unsere Aufgabe ist es, zu moderieren, zu orchestrieren, zu falsettieren und einfach Spaß zu vermitteln.

[Ricarda Raabe dirigiert und spornt die ganze Gruppe an. Man sieht unterschiedliche Musikerinnen und Musiker, die im Rhythmus der Gruppe trommeln.]

Renate Minow:

Ich finde es faszinierend, wenn man sich da mal richtig austoben kann.

[Die Musikerinnen und Musiker haben sichtlich Spaß am Musizieren.]

André Spohn:

Die Trommler kommen größtenteils aus dem Haus bei uns, das sind Mieter bei uns im Haus oder Leute, die die Tagespflege besuchen, die also Tagesgäste sind und von außen aus dem Kiez kommen auch immer wieder welche dazu und auch von der benachbarten Kita.

Renate Minow:

Und wir haben ja auch demenzkranke Leute und dass die sich auch mit beteiligen. Also dass sie das eben gerne möchten, aber eben manchmal auch so vergessen. Aber das ist ihre Krankheit und man weiß ja selber nicht, ob man das auch noch mal bekommt. Und da sind wir eigentlich immer ganz gut zu den Leuten.

André Spohn:

Und Leute, die eben relativ zurückgezogen schon am Tisch sitzen und gar nicht mehr so richtig mitmachen… sobald die ‘ne Trommel in der Hand haben und merken: ‘Hey, das macht mir Spaß, ich kann hier draufhauen, ich kann hier noch ein bisschen mitmachen bei der Musik‘. Das ist richtig aktivierend und bei vielen Menschen sieht man, dass es denen richtig Spaß macht und so Highlight des Tages oder manchmal der ganzen Woche ist.

[Man sieht Trommlerinnen und Trommler beim Musizieren.]

Ricarda Raabe: 

Man hat auch ‘ne gewisse Form von Nachhaltigkeit. Das ist ganz spannend. Wenn dieser Drum Circle vorbei ist, stehen die Menschen auf, obwohl nichts mehr zu hören ist, und bewegen sich in dem Groove aus dem Zimmer heraus. Und wo ich denke: Hey, da schwingt noch was nach, was uns ganz wichtig ist, dass es auch ‘ne gewisse Form von Nachhaltigkeit hat.

Renate Minow:

Ja, der Rhythmus, der Rhythmus, der immer mit muss.

[Renate Minow lacht. Zuschauer machen mit und haben Spaß dabei.]