Internationaler Frauentag

Dr. Franziska Giffey räumt mit Rollenklischees auf

Anlässlich des Internationalen Frauentags hat Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey am 7. März die Berliner Stadtreinigung besucht. Dort packte sie während einer Abfallentsorgungs-Tour mit an. Bei einem anschließenden Netzwerk-Treffen von Müllwerkerinnen sprach sie unter anderem über die Rolle von Frauen in einem männerdominierten Berufsfeld.

​[Dr. Franziska Giffey zieht eine schwarze Mülltonne auf die Straße zu einem Müllwagen. Dort wird die Mülltonne entleert. Dann stellt die Bundesfamilienministerin dem begleitenden Müllwerker eine Frage.]

Anlass ist der Internationale Frauentag, der ja in diesem Jahr zum ersten Mal Feiertag in Berlin ist. Uns ging es hier um die Frage ‚klischeefreie Berufswahl für Männer und Frauen‘. Der Beruf der Müllwerkerin ist ja einer, der nicht gerade ein typischer Frauenberuf ist - und doch gibt es einen riesen Bereich in der Abfallwirtschaft, wo eben Frauen auch durchaus berufliche Möglichkeiten haben. Das zu zeigen, heute hier mit dem Treffen der Müllwerkerinnen aus ganz Deutschland bei der Berliner Stadtreinigung, das war eine ganz tolle Erfahrung.

Ich war vorher im Einzelhandel tätig und ich hatte es einfach satt, immer im Schichtdienst zu arbeiten. Spätschicht, also Ich bin erst um elf Uhr zu Hause gewesen und ich wollte einfach humanere Arbeitszeiten. Ich habe zwei Kinder und ich wollte einfach ein bisschen mehr Familienleben – nicht nur den Sonntag. Es macht einfach Spaß!

​[Zusammen mit Müllwerker_innen hört sich die Bundesfamilienministerin einen Vortrag zur Müllabfuhr der BSR an. Dr. Franziska Giffey trägt ebenfalls die typisch orangene Arbeitskleidung der Müllwerker_innen.] 

Körperlich ist es schon etwas anderes, denn ich komme aus dem Friseurbereich, also einem ganz femininen Beruf. Das ist jetzt etwas ganz anderes, aber es geht.

Das Ziel, das mir wirklich am Herzen liegt ist, dass kein Mensch, Mann oder Frau, irgendwo gesagt bekommt „Das kannst du nicht werden!“ Es geht darum, wenn Jemand sagt „ich möchte Müll holen, ich glaube das könnte etwas für mich sein“, dass Er oder Sie die Chance hat, das zu tun.

Ich wünsche mir von der Politik in Zukunft, dass man eine größere Absicherung als Frau hat. Gerade alleinerziehende Frauen, weil immer mehr Frauen dadurch in Männerjobs vorrutschen und zwangsweise auch vorrutschen müssen, gerade wenn sie finanziell darauf angewiesen sind.

Es ist auch noch viel zu tun und da geht es um das Thema Lohnlücke, um das Thema Rentenlücke, um die Frage Vereinbarkeit, um die Frage häuslicher Gewalt, Frauen in Führungspositionen, Aufwertung der sozialen Berufe, also es gibt schon noch eine Menge Themen, bei denen es lohnt, sich dafür zu streiten und dafür einzutreten, dass Dinge sich noch weiter verbessern und wir sehen unsere Vorbilder in der Vergangenheit, die es teilweise viel schwieriger hatten für die Frauenrechte einzutreten und ich glaube, das kann auch Mut machen für das, was in der Zukunft noch vor uns liegt.

[Es sind weitere Mülltonnen zu entleeren. Hierfür gehen Dr. Franziska Giffey und zwei Müllkraftwerker in ein Mülltonnenhäuschen einer Wohnsiedlung. Dort erhält die Bundesfamilienministerin noch eine Erklärung hinsichtlich der korrekten Entsorgungsweise.]