30 Jahre Mauerfall

Dr. Franziska Giffey auf Sommertour - Tag 2

Der zweite Tag ihrer Sommertour führte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey nach Sachsen und Thüringen. Beim Rundgang durch Mödlareuth kam sie mit Bürgerinnen und Bürgern des ehemals geteilten Dorfes ins Gespräch. Bei der Wacker Chemie AG in Nünchritz ging es mit den Beschäftigten um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch um Wendeerfahrungen. In der "Engagierten Stadt" Radebeul stand das Thema bürgerschaftliches Engagement im Fokus.

[Der Reisebus kommt auf die Kamera zugefahren, man sieht Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey durch die Scheibe. Dann sieht man sie mit der Delegation eine Grenzsperranlage der DDR besichtigen

Erster Stopp: Mödlareuth. Einblendung: #30JahreMauerfall, Franziska Giffey auf Sommertour]

In Mödlareuth teilte die Grenzsperranlage der DDR ein Dorf. Zwar gab es auch an anderen Stellen der innerdeutschen Grenze Mauern, aber eben nicht so wie hier im Ortskern.

[Einblendung: Geteiltes Dorf wiedervereint.

Man sieht die Grenzsperranlage. Es tauchen Schilder auf, auf denen unter anderem steht: „Grenzstreifen, Betreten und Befahren verboten!“. Es gibt Wachtürme, Mauern und Stacheldrahtzäune.]

Was die Älteren noch selber hautnah erlebt haben, klingt für die junge Generation wie ein Kapitel aus dem Geschichtsbuch. Damit die Erinnerung an diejenigen wachgehalten wird, die damals für die Demokratie gekämpft haben, für die Deutsche Einheit und für eine freie, demokratische Gesellschaft, dafür ist es nötig, dass diese Geschichten erzählt werden und dass sich Ost und West begegnen.

[Menschen unterhalten sich, tauschen sich aus, hören gebannt den Zeitzeugen zu, angeregte Gespräche.]

Das war eine Freude und ein Umarmen! Leute, die sich nie gekannt haben, haben sich umarmt.

Ich merke, dass nicht nur die Sprache immer noch unterschiedlich ist, sondern auch, dass Menschen unterschiedlich betroffen sind. Deswegen ist es ganz, ganz sinnvoll und wichtig, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

Für mich aus "Groß Berlin" war das heute hier ein ganz emotionaler Besuch in "Little Berlin", der mir auch noch einmal die Bedeutung all dieser historischen Ereignisse vor Augen geführt hat, und auch, wie richtig es war, dass wir unsere Sommertour unter dieses Motto gestellt haben: "30 Jahre nach dem Mauerfall: Was bewegt die Menschen?".

[Nächster Stopp: Nünchritz.]

Seit 1982! Da war ich vier Jahre alt!

Tja!

Da haben Sie schon hier gearbeitet!

Genau.

Also sie haben sieben Jahre hier gearbeitet, und dann kam der Mauerfall. Wie war das?

Naja, das war erst einmal eine recht unsichere Zeit, und es gab eine beträchtliche Entlassungswelle. Es hat sich eigentlich das ganze Leben geändert. Es gab plötzlich ganz andere Prioritäten. Wir haben uns dran gewöhnt.

[Einblendung: Industriestandort mit Tradition.

Frau Giffey unterhält sich mit einer Dame aus Nünchritz. Dann sieht man eine große Industriehalle. Die Ministerin unterhält sich mit Fabrikarbeitern, gemeinsam machen sie Fotos.]

Wir ein sehr familienorientiertes Unternehmen. Wir wissen, dass wenn zufriedene Mitarbeiter die richtigen Instrumente in einem Unternehmen haben, dann bleiben sie. Dann sind zufrieden und viel produktiver. Das ist uns ein großes Anliegen.

[Es wird ein Schild mit der Aufschrift „Mitglied im Erfolgsfaktor Familie – Unternehmensnetzwerk.“ gehalten.]

In Zeiten des Fachkräftemangels können sich Menschen entscheiden, wohin sie gehen. Sie werden dort hingehen, wo Unternehmen auch etwas für die Familienfreundlichkeit tun. Da ist Wacker vorbildlich.

[Frau Giffey unterhält sich, Menschen hören zu.

Nächster Stopp: Radebeul. Einblendung: Engagierte Stadt – Engagierte Bürgerschaft.

Die Bundesfamilienministerin geht mit Seniorinnen einkaufen.]

Mein Mann ist voriges Jahr gestorben, und dann stand ich plötzlich da. In Radebeul-Ost gibt es nichts zum Einkaufen. Man muss dann immer mit dem Bus 'rüber auf die Hauptstraße fahren oder laufen.

Weil Radebeul diese Besonderheit der vielen einzelnen Stadtteile hat und viele kleine Läden zumachen, wurde das an uns herangetragen.

[Man sieht einen Kleinbus mit dem Logo des Familienzentrums Radebeul. Frau Giffey fährt mit. Man sieht den Fahrtverlauf durch die Windschutzscheibe.]

Ich war die erste, die in den Wagen gestiegen ist, als er neu war und bin seitdem dabei.

Einkaufen ist Lebensqualität. Einkaufen heißt, aus dem Haus zu gehen. Einkaufen heißt, wieder Lust auf Kochen zu haben und sich Inspiration zu holen.

Das ist so schön! Der Fahrer kommt um zehn und fährt uns mit unseren Einkaufskörben auch wieder zurück. Und dann schafft er mir das bis in die Wohnung hoch. "Tschüss, bis zum nächsten Mal!", und dann ist er wieder fort. Schöner kann das gar nicht sein.