Tag der Deutschen Einheit 2019 Dr. Franziska Giffey: "Die Einheit ist ein Prozess"

Am Tag der Deutschen Einheit traf in Kiel Politik auf Zivilgesellschaft. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey besuchte das Bürgerfest am Ostseekai am 3. Oktober. Während ihres Rundgangs über das Festgelände kam sie mit Bürgerinnen und Bürgern zur Deutschen Einheit ins Gespräch und betonte, dass diese ein fortwährender Prozess ist. Im Bühnentalk mit Schülerinnen stand das Thema Kinderrechte im Mittelpunkt.

[Einblendung: Tag der deutschen Einheit 2019. Einblendung: Bürgerfest in Kiel unter dem Motto "Mut verbindet". Man sieht den Kieler Hafen und Umgebung mit vielen Attraktionen zum Tag der deutschen Einheit. Kinder spielen, die Straßen sind gefüllt. Einblendung: Dr. Franziska Giffey im Gespräch mit Schulkindern]

Schülerin

Der Tag der Deutschen Einheit – weil früher war Deutschland getrennt und heute vor ein paar Jahren ist Deutschland wieder zusammengekommen.

[Dr. Franziska Giffey sitzt gemeinsam mit einigen Schulkindern auf der Bühne und unterhält sich mit ihnen durch das Mikrofon.]

Schülerin

Und das ist vor 30 Jahren passiert und meine Tante war da auch,  als die Mauer gefallen ist.

Schülerin

Weil es dann wieder ein Deutschland war und man wieder Freunde treffen konnte.

[Die Kamera schwenkt über die Bühne zum Publikum, die Reihen sind gut gefüllt.]

Dr. Franziska Giffey

Das ist das Fest, um daran zu denken, dass wir 1989 die Friedliche Revolution hatten und 1990 dann die Deutsche Einheit. Daran zu erinnern, wie viel in Deutschland passiert ist seit dem, was Menschen geleistet und geschafft haben für die Demokratie und für ein freies Land, in dem Menschen selbstbestimmt entscheiden können.

[Besucherinnen und Besucher, Passantinnen und Passanten stehen vor Aufstellern und lesen sich aufmerksam den Text darauf durch.]

Passant

Ja, der Tag der Deutschen Einheit ist es auf jeden Fall wert, dass wir ihn wirklich feiern und uns in Erinnerung rufen, dass wir auch mal getrennt waren.

[Zwei junge Frauen stoßen mit zwei Teebechern an.]

Passantin

Also ich feiere den Tag der Deutschen Einheit weil ich mir wünsche, dass wir endlich wieder ein Volk sind. Es ist ja nicht nur so, dass wir im Westen hier den Osten fördern müssen, sondern auch umgekehrt. Da würde ich mir einfach mehr Aufklärung wünschen, damit dieses Rivalitätsdenken aufhört.

[Man sieht eine aufgebaute Bühne am Kieler Hafen, ein Banner mit dem Schriftzug "Mut zur Zukunft“ ist daran montiert. Eine Möwe fliegt über den bewölkten Himmel, Passantinnen und Passanten laufen ausgestattet mit Luftballons durch die Straßen.]

Schüler

Ich finde die Vorstellung, dass Deutschland mal getrennt war, nicht so gut. Dass es jetzt so ist, dass es nicht mehr getrennt ist, finde ich wesentlich besser, weil man überall hinreisen kann.

[Man sieht einen Konferenzraum, in dem junge und ältere Menschen gemeinsam diskutieren. Sie nehmen an einem Politik-Planspiel teil.]

Schülerin

Man merkt den Unterschied gar nicht mehr.

Dr. Franziska Giffey

Es ist heute ganz oft angesprochen worden, dass die Einheit nicht ein fertiges Produkt ist, sondern dass sie ein Prozess ist, an dem Menschen immer weiter arbeiten, weil es wichtig ist, dass wir für die Demokratie eintreten und dafür, dass die Freiheit und die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit ganz wichtig sind, dass sie unumstößlich sind. Und heute treffen wir uns: Politik trifft Zivilgesellschaft, trifft Bürgerinnen und Bürger. Wir kommen in den direkten Austausch und wir reden über das, was war und über das, was noch kommt. Wir wollen in einem modernen, sozialgerechten Land leben, das allen Menschen – egal wo sie herkommen, egal was ihre Muttersprache ist, egal an welchen Gott sie glauben – allen Menschen ermöglicht, ihren Weg zu machen.

[Dr. Franziska Giffey unterhält sich angeregt mit Passantinnen und Passanten und besucht aufgebaute Stände. Einblendung: weitere Informationen unter www.bmfsfj.de]