Die Quote wirkt

[Frauen in Führungspositionen bei verschiedenen Unternehmen. Szenen bei der Arbeit.]

"Seit dem 01. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in Kraft. Das Gesetz besteht aus verschiedenen Säulen."

"Erstens: der festen, verbindlichen Quote von mindestens 30 Prozent in Aufsichtsräten von börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen und zweitens: feste, freiwillige Zielvorgaben für Aufsichtsräte, Vorstände und Management-Ebenen in mitbestimmungspflichtigen und/ oder börsennotierten Unternehmen.

[Impressionen. Rollfeld am Flughafen Frankfurt mit Lufthansa Flugzeugen. Impressionen aus dem Büro und Arbeitsalltag.]

"Die Deutsche Lufthansa setzt als eines der großen DAX-Unternehmen auf Frauen in Führungspositionen mit einem seit Jahren stabilen Anteil von 30 Prozent im Aufsichtsrat." 

"Wenn Sie ein Unternehmen verändern wollen und weiter nach vorne bringen wollen, gehört Wandel dazu und dazu gehört auch Kultur. Und das ermöglichen, dass beides machbar ist, Freizeit, Familie, Beruf, dass das eine Balance geben muss – das ist für uns ein ganz wichtiges Thema. Wir sind seit 2011 dabei, immer wieder die Diskussion zu führen, uns eben auch selbst Vorgaben zu machen und das Gesetz hat noch mal die Diskussion intensiviert. Das war noch mal eine gute Möglichkeit zur Auseinandersetzung für etwas, das wir ohnehin vorhaben, aber eine gute Möglichkeit zu sagen, das ist wichtig, wir bleiben dran und wir müssen es auch umsetzen."

"Die Frauenquote ändert Strukturen und Zahlenverhältnisse und stößt dadurch diesen Kulturwandel an. Und das Gesetz legt fest, dass sich mehr als 3600 Unternehmen mit der Frage auseinandersetzen müssen: Wie stehen wir da im Aufsichtsrat, im Vorstand, in der oberen Management-Ebene und wo wollen wir hin? Es ist schon ein Gewinn, dass überhaupt die Leute dazu verpflichtet sind darüber nachzudenken. Denn das haben auch noch nicht alle gemacht."

 [Szenen aus dem Arbeotsalltag der Deutschen Telekom. Die Firmenzentrale der Telekom.]

"Unternehmen, wie die Deutsche Telekom, arbeiten seit geraumer Zeit daran, eine neue Führungskultur aufzubauen, die auch Gender Diversity berücksichtigt."

"Wenn man über Führung spricht – Führung wird viel virtueller, ist ja heute schon viel virtueller, weil man nicht mehr alle Mitarbeiter jeden Tag vor Ort hat. Führung wird auch partizipativer, kollaborativer. Es ist nicht mehr so, dass die Führungskraft alles Wissen hat und Wissen ist Macht, sondern man entscheidet viele Sachen im Team, man diskutiert Sachen im Team, man arbeitet über Blocks, man ist sehr digital unterwegs. Und dadurch, dass sich diese Kultur verändert, die Führungskultur verändert, ist es natürlich auch das Thema Frauen/ Diversity over all ein Treiber dieser Kulturveränderung."

"Seit dem 01.01.2016 gilt die feste Quote für alle Neubesetzungen in Aufsichtsräten. Die Deutsche Telekom übererfüllt den Frauenanteil im Aufsichtsrat bereits mit 35 Prozent. Gezielt schult der DAX-Konzern zukünftige Aufsichtsräterinnen und Aufsichtsräte. Bei Adidas in Herzogenaurach steckt man sich globale Ziele. Hier soll ein Frauenanteil von 32 Prozent in Führungspositionen inklusive der zweiten Management-Ebene erreicht werden. Wer Frauen in Führungspositionen stärken will, muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Geschlechter berücksichtigen."

[Firmengebäude von Adidas. Szenen aus dem Arbeitsalltag.]

"Meinen Mann hat noch nie jemand gefragt, wie er es schafft, seinen Vollzeitjob und drei Kinder unter einen Hut zu bringen. Eigentlich finde ich, ist es keine Geschlechterfrage, sondern es ist eine Frage dessen, ob Unternehmen starke Mitarbeiter langfristig an sich binden wollen oder nicht."

"Starke Führungskräfte wollen Flexibilität und konkrete Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Büro im Parent-Child-Office, in das Eltern ihre Kinder einfach auch mitbringen können. Letztendlich geht es aber auch um das Anwerben von Talenten auf einem internationalen Markt."

"Die Talente sitzen ja heute am längeren Hebel. Sie entscheiden, in welche Unternehmen sie gehen wollen. Und deswegen ist eigentlich nicht die Frage, was können wir für Frauen tun, sondern was muss das Unternehmen ändern, um Talente anzuziehen. Und so sehen wir das bei der Adidas Group – dieses Thema des kulturellen Wandels – und ich denke, dass die Bundesregierung da mit dem Gesetz im Trend liegt, diesen Wandel auch zu erzeugen, der da notwendig ist."

[Frauen in Führungspositionen werden in ihren Unternehmen gezeigt.]

"In der Wirtschaft zeichnen die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein neues Bild von Frauen in Führungspositionen. Die Quote wirkt."