Bündnis gegen Schütteltrauma

Das Bündnis gegen Schütteltrauma bietet schnelle Hilfe für überforderte Eltern

Wenn Eltern für wenige Sekunden die Kontrolle über sich verlieren und ihr Baby schütteln, können sie ihm lebenslang schaden. Beim Schütteln wird der Kopf vor- und zurückgeworfen. Dabei kann es zu schweren Verletzungen im Gehirn kommen. Das Bündnis gegen Schütteltrauma bietet Hilfe und klärt auf.

[Man sieht Aufnahmen verschiedener Säuglinge mit ihren Eltern.]

Ein Baby ist etwas Besonderes und bringt Freude und Glück.
Meist stellt sich im täglichen Miteinander schon bald eine gewisse Routine ein.

[Ein Vater zieht seinem Baby eine Jacke an. Ein Säugling schreit.]

Doch gerade in den ersten Lebenswochen gibt es oft auch Situationen, in denen sich Eltern unsicher und überfordert fühlen.

[Es sind Väter und Mütter zu sehen, die ihr schreiendes Baby zu beruhigen versuchen.]

Also, die kritischen Momente waren einfach, wenn nach 3, 4 Stunden immer noch keine Ruhe eingekehrt ist und sie immer kurz einnickert und eigentlich wieder schreiend aufgewacht ist.

Sie musste immer in den Schlaf getragen werden. Sie hat fast immer geschrieen und ist nicht leise geworden. Das war schon erstmal so eine Art Schock.

Das Schwierigste für mich war vor allen Dingen die Hilflosigkeit und die Ohnmacht und das Gefühl, dass man keine Ahnung hat.

[Man sieht einen Vater, der sein Kind in den Armen wiegt. Eine Mutter trägt ihr Baby in einem Tuch durch die Wohnung.]

Doch häufiges und langes Schreien ist in den ersten Lebenswochen nicht ungewöhnlich.

Babys weinen, weil es ihre ganz normale Ausdrucksmöglichkeit ist, um zu sagen, mir geht es nicht gut, ich brauche Hilfe.

Wichtig ist für Eltern zu wissen, dass Babys nie weinen oder schreien, weil sie böse sind, weil sie die Eltern nicht mögen oder ablehnen, das können Babys überhaupt gar nicht.

Und keiner ist daran schuld. Weder das Baby kann etwas dafür, noch die Eltern können etwas dafür, dass das Baby jetzt schreit.

[Man sieht einen schreienden Säugling. Es erscheinen mehrere Videos zeitgleich auf dem Bildschirm, in denen Säuglinge schreien.]

Babys haben Hunger oder Durst, sind übermüdet, haben eine volle Windel, sind nass, es ist ihnen zu kalt oder zu warm.

[Ein Vater legt sein Baby auf den Wickeltisch.]

Doch manchmal lässt sich der Grund nicht finden. Dann bleibt nichts anderes, als da zu sein und auszuhalten.

[In vielen verschiedenen Szenen sind Eltern zu sehen, die ihre Kinder zu beruhigen versuchen.]

Lässt sich ein Baby nicht beruhigen, kann das erschöpfend und nervenaufreibend sein. Gefühle wie Hilflosigkeit, Ohnmacht oder Ärger können entstehen. Und dann gibt es oft nur noch EINEN Wunsch: das Baby soll aufhören zu schreien. In ihrer Verzweiflung und mitunter auch Wut schütteln manche Eltern ihr Baby. Doch das kann massive Folgen haben:

Ein Schütteltrauma ist eine schwerwiegende Schädigung des Gehirns durch eine gewaltsame Einwirkung, nämlich starkes Schütteln. Das Gehirn fliegt in der harten Knochenschale hin und her, wird angeschlagen und in sich gestaucht und gezerrt. Dabei kommt es zum Einriss von Blutgefäßen und zu oberflächlichen Hirnblutungen. Noch entscheidender ist aber vermutlich, dass es zu zahlreichen Verletzungen von Nervenzellen und Nervenverbindungen führt, zum Absterben von Hirngewebe und zu einem kurzfristigen Atemaussetzer, der zu einem Sauerstoffmangel führt. Es kommt durch diese Kräfte zu irreparablen Schädigungen des Gehirns mit der Folge oft lebenslanger Behinderungen oder in Einzelfällen auch zu Todesfällen.

[In einer 3D-Animation sieht man das Gehirn eines Babys. Ein Schütteln wird simuliert. Das Gehirn wird gestaucht. Die Blutgefäße des Gehirns werden visuell hervorgehoben – mit roten Stellen, die die Verletzungen symbolisieren.]

Doch ein Kontrollverlust lässt sich verhindern. Wenn Sie merken, dass Ihre Belastungsgrenze erreicht ist, legen Sie Ihr Kind sicher ab, verlassen Sie kurz den Raum und atmen Sie tief durch.

[Ein Vater legt seinen Säugling in eine Wiege und verlässt den Raum. Die Einblendungen “Raum kurz verlassen“ und “tief durchatmen“ erscheinen.]

Schauen Sie alle paar Minuten nach Ihrem Baby. Wenn nötig, holen Sie sich Unterstützung bei Ihrer Familie oder bei Freunden, Ihrer Hebamme oder bei einer Beratungsstelle.

[Der Vater sieht nach dem Baby. Eine Schrift erscheint: “alle paar Minuten nach dem Baby schauen“. Eine Frau nimmt das Telefon. Man liest: „“Unterstützung holen“.]

Normalerweise dauert so eine intensive Schreiphase 3 bis 4 Monate, bei manchen Kindern kann sie auch etwas länger dauern. Aber die meisten Kinder hören mit dem 4. Monat auch auf, so intensiv zu weinen.

Wenn du die ganze Zeit auf dem Zahnfleisch gehst und auf einmal scheint wirklich, sich was zu tun, das ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

Die schönen Phasen, die haben auf sich warten lassen, ein wenig, aber die sind jetzt da und sind umso schöner.

[Man sieht Eltern mit ihren Kindern. Die Säuglings schreien nicht mehr. Die Eltern sind glücklich.]

[Einblendungen: “elternsein.info“, “Schütteln Sie niemals Ihr Baby!“]

Mehr Informationen zum Thema Schütteltrauma und zu Hilfsangeboten in Ihrer Nähe finden Sie unter elternsein.info