Gleichgeschlechtliche Lebensweisen

CSD-Empfang im Bundesfamilienministerium

Anlässlich der Pride Weeks 2017 und der Öffnung der "Ehe für alle" hatte das Bundesfamilienministerium am 17. Juli rund 200 Gäste aus LSBTI-Verbänden, Politik und Kultur zu einer Veranstaltung geladen. Gemeinsam mit ihnen hisste Bundesgleichstellungsministerin Dr. Katarina Barley die Regenbogenflagge vor dem Berliner Dienstgebäude.

[Aufnahmen vom Empfang im Bundesfamilienministerium. Gäste stehen in kleinen Gruppen zusammen und unterhalten sich. Impressionen der Podiumsdiskussion. Schnitt auf die Regenbogenflagge vor dem Ministerium]

Katarina Barley:

Die Ehe sollte denjenigen vorbehalten sein, die sich lieben und Verantwortung füreinander übernehmen wollen. Über 80 Prozent der Bevölkerung ist der Meinung, dass das nicht nur ein Mann und eine Frau tun können, sondern auch zwei Männer oder zwei Frauen. Wir haben den CSD in Berlin vor der Tür und traditionell wird vorher immer die Regenbogenflagge gehisst, als Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz aller unterschiedlicher sexueller Identitäten.

[Gäste kommen beim Empfang an. Großaufnahme der Plakate zum CSD. Familienministerin Barley und Staatssekretär Kleindiek begrüßen die Gäste zu Beginn der Veranstaltung. Gemeinsam hissen sie die Regenbogenfahne vor dem Ministerium. Die Gäste lassen sich mit der Ministerin fotografieren.]

Axel Hochrein:

Es war sehr wichtig, die Ehe für alle zu öffnen. Einerseits um zu erreichen, dass in Deutschland alle Paare, auch die gleichgeschlechtlichen, die gleichen Rechte und das gleiche Ansehen haben, so wie Eheleute. Für meinen Mann und mich bedeutet das, wir sind nicht mehr verpartnert, sondern wir sind demnächst verheiratet und ein weiterer Punkt ist, dass die Ehe ein global anerkanntes Institut ist. Das heißt, überall wo wir ins Ausland hinfahren, sind wir jetzt verheiratet, werden als zusammengehörig anerkannt. Das war bei der Lebenspartnerschaft nicht so.

[Gäste unterhalten sich beim Sektempfang. Eindrücke der Podiumsdiskussion und der unterschiedliche Menschen im Publikum. Die Gäste klatschen und filmen mit ihren Smartphones. Die Ministerin spricht.]

Jana Maria Knoop:

Ich glaube, dieses Gesetzt bedeutet für unsere Gesellschaft einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Das ist wieder eine weitere Stufe, aber es sind noch genug Stufen zu nehmen, um Diskriminierung und Ausgrenzung und dass Menschen zu etwas anderem gemacht werden, dass es aufhört.

[Aufnahmen vom Empfang. Die Moderatorin und unterschiedliche Sprecherinnen und Sprecher auf der Bühne, Gäste im Publikum. Schnitt auf die Plakate des CSD und Flyer von Initiativen und Ausstellungen, die auf dem Empfang ausliegen.]

Inga Humpe:

Ja, ich glaube jeder hat von Jugendarbeit und auch in den Schulen, also wo man darüber aufklärt und auch einfach anfängt mit Jugendlichen darüber zu reden. Ich glaube, für viele ist ja auch schwul ein witziges Schimpfwort oder so, also, ich glaube, wenn die Jugendlichen lernen würden ein bisschen lockerer damit umzugehen, das wäre schon sehr hilfreich.

[Musikalische Gesangseinlage beim Empfang. Schnitt auf die Regenbogenfahne vor dem Ministerium]

Sigrid Grajek:

Und das ist für mich der Summenstrich einfach zu sagen, Liebe ist einfach Liebe und wir entscheiden uns für den Menschen, gleichgeschlechtlich oder gemischtgeschlechtlich oder was auch immer und wer das mit einem Ja besiegeln möchte vor dem Staat und vor der Gesellschaft, der soll es tun können, die soll es tun können.

[Gäste lassen die Veranstaltung gemeinsam ausklingen.]