Willkommenskultur in Deutschland

Bundesprogramm Menschen stärken Menschen

Im Jahr 2015 sind rund 890.000 Menschen aus den unterschiedlichsten Fluchtgründen zu uns nach Deutschland gekommen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mit ihrem Engagement die Willkommenskultur in Deutschland eindrucksvoll geprägt. Mit dem Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen" werden Patenschaften zwischen geflüchteten und hier lebenden Menschen gefördert und unterstützt.

[Verschiedene Aufnahmen von ehrenamtlichen Patinnen und Paten mit ihren geflüchteten Schützlingen beim gemeinsamen Lernen und Leben.]

Sprecher:

Im Jahr 2015 sind rund 890.000 Menschen aus den unterschiedlichsten Fluchtgründen zu uns nach Deutschland gekommen. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mit ihrem Engagement die Willkommenskultur in Deutschland eindrucksvoll geprägt. Mit dem Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen" werden Patenschaften zwischen Geflüchteten und hier lebenden Menschen gefördert und unterstützt. Außerdem geht es darum, für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Vormünder und Gastfamilien zu finden. Im Patenschaftsprogramm ist das Engagement sehr vielfältig und offen gestaltbar. Elgin und Majd haben sich über das Programm "Start with a friend" kennengelernt und unternehmen viel gemeinsam.

[Elgin und Majd erkunden gemeinsam das Museum, diskutieren und lachen miteinander.]

Elgin Hertel:

Majd und ich sind noch ein junges Tandem, wir kennen uns glaube ich jetzt seit ein oder zwei Monaten und haben uns auf jeden Fall schon etliche Male getroffen. Heute sind wir im Deutschen Historischen Museum.

Majd Khalili:

Deutschland ist natürlich ein Neuland, das wir nicht kennen und wir brauchen eigentlich Helfer, damit wir Deutschland und die deutsche Kultur kennenlernen. Das hilft uns sehr, wenn wir in Deutschland bleiben möchten. Wir diskutieren immer über die Kultur, was sind die Unterschiede zwischen Syrien – meinem Heimatland – und Deutschland. Deshalb ist die Integration gegenseitige Integration sozusagen und das finde ich toll.

Sprecher:

Gudrun und Gerhard Löffler sind seit rund einem Jahr die Paten von Badri Nur Warwale und seinem Sohn Abdirahman.

[Die Löfflers werden im Alltag mit ihren beiden Schützlingen gezeigt, etwa beim Spazierengehen oder im Kindergarten.]

Gudrun Löffler:

Also wir haben einen gemeinsamen Treff in der Woche, das ist schon so lange wir Badri kennen fest. Dazu kommt dann der situative Einsatz. Wenn es im Kindergarten Schwierigkeiten gab, dann gehen wir da gemeinsam hin und besprechen das. Oder bei einem Zahnarzttermin, da ist es natürlich einfacher, wenn ich meinen Zahnarzt frage und da einen Termin mache und wir gehen da zusammen hin.

Badri Nur Warwale:

Alles was ich an Info brauche bekomme ich von Frau Löffler.

[Gerhard Löffler begleitet Badri Nur Warwale bei einen Gang zur Bank, Gudrun Löffler malt mit dem kleinen Abdirahman.]

Gerhard Löffler:

Badri kommt dann schon mal mit der Stromrechnung, die bezahlt werden muss und dann geh ich mit ihm zur Bank und wir richten einen Dauerauftrag ein. Mit so Sachen kommt Badri auf mich zu uns sagt, guck mal, ich hab ein Papier gekriegt, was ist damit? Und dann versuchen wir das gemeinsam zu klären.

Gudrun Löffler:

Was glaube ich ähnlich ist wie in einer Familie, es passiert auf Augenhöhe. Wir nehmen sie so, wie sie sind.

[Außenaufnahme des Cafés der Caritas. Die Innenaufnahme zeigt die Geflüchteten und ihre ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.]

Sprecher:

Im internationalen Café der Caritas Gelsenkrichen haben Helma Barczik, Farida Al Jalek und ihr Sohn Yaser zueinander gefunden.

Helma Barczik:

Wir haben uns das erste Mal gesehen und haben gesagt, das ist es, das sind wir.

Farida Al Jalek:

Ich hatte Angst, hier zu bleiben, aber Gott sei Dank, habe ich erkannt, dass alle hier sehr freundlich sind.

[Barcek, Al Jalek und ihr Sohn sitzen zusammen auf einem Sofa, unterhalten sich und spielen mit Yaser.]

Helma Barczik:

Ich versuche denen zu helfen und auch den Rücken freizuhalten, weil ich mich verpflichtete. Ich wollte diese Menschen in meinem Haus haben. Ich habe ein Dreifamilienhaus – ich wohne unten im Parterre, erste Etage wohnt Farida.

Farida Al Jalek:

Sie unterstützt uns. Wenn wir Schreiben bekommen oder zum Arzt gehen oder zum Einkaufen oder für soziale Angelegenheiten.

Helma Barczik:

Wir haben ein gutes Verhältnis, sehr, sehr gut.

Farida Al Jalek:

Sie ist jetzt meine Schwester und eine Freundin. Und Sie geht sehr freundlich mit Yaser um. Er ist mein ganzes Leben. Sie ist ein sehr guter Mensch! Ich mag dich! Ich liebe dich, Helma!

[Aufnahmen der Al Jareks mit Helma Barczik in dem Café der Caritas. Weitere Aufnahmen der Löfflers mit ihren Schützlingen. Bilder aus dem Café zeigen das Miteinander der Geflüchteten und ihrer Helferinnen und Helfer. Gemeinsames Lernen und Essen, lachende Gesichter.]

Sprecher:

Das Programm "Menschen stärken Menschen" unterstützt Engagierte und Interessierte gleichermaßen, damit der Einsatz dort ankommt, wo er gebraucht wird. Wie die Unterstützung auch aussehen mag, sie ist wichtig für die Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft.