Gamescom 2017

Blick hinter die Kulissen der kreativen Spiele-Community

Am 23. August hat sich Bundesjugendministerin Dr. Katarina Barley in Köln über Neuheiten auf dem digitalen Spielemarkt informiert und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Jugendmedienschutz über die Zukunft von Jugendmedien diskutiert. Die Ministerin machte sich stark für eine Verbesserung der Medienkompetenz von Jugendlichen. Zugleich forderte sie eine Überarbeitung des Jugendmedienschutzes.

[Man sieht die Messe in Köln mit vielen Besucherinnen und Besuchern, die sich auf der Gamescom vergnügen. Ein Mann spielt mit einer VR-Brille. Katarina Barley unterhält sich mit einigen der Anwesenden.]

Ich hab den Besuch auf der Gamescom sehr genossen. Ich wäre gerne noch ein bisschen länger geblieben. Ja, mein Highlight war im Grunde genommen, schon ein bisschen reinzugucken in die nächste Generation, die Spielegeneration, die noch nicht auf dem Markt ist – wie es sich weiterentwickelt. Und auch zu sehen, wie kreativ die Community ist. Das ist schon spannend.

[Man sieht Frau Barley neben verschiedenen kostümierten Besucherinnen und Besuchern. Danach spielt sie selbst an einer Spielekonsole.]

Ja, Onlinespiele bergen natürlich ein paar neue Gefahren - vor allen Dingen dann die Kommunikation untereinander mit wildfremden Menschen. Wie auch bei Facebook oder bei anderen sozialen Netzwerken neigt die Menschheit irgendwie ein bisschen dazu, wenn sie einigermaßen anonym ist, gemeiner zu werden und das ist in Onlinespielen definitiv auch der Fall. Und ich weiß nicht, woran es liegt, ich finde es ganz furchtbar. Aber diese durchgehenden Beleidigungen, die dann teilweise bei Onlinespielen passieren, ich glaube, die kriegt man nur durch eine Erziehung weg, schon von Anfang an, die auf Respekt basiert. Und ich glaube da muss man dann vor allen Dingen ansetzen. Und das ist einer der Punkte, die ich tatsächlich gerade auch im Gespräch angesprochen habe: Wenn es da mal Bedarf gibt, wir stehen auf jeden Fall gerne zur Verfügung, um da ein bisschen zu versuchen, die Medienkompetenz zu verbessern im Land. 

[Es sind unterschiedliche Bilder zu sehen, auf denen die Messebesucherinnen und –besucher Spiele testen. Frau Barley hält eine Sprechblase hoch, auf der der Schriftzug „Hass ist keine Meinung“ zu erkennen ist. Peter Smitz und die Familienministerin sprechen miteinander.]

Medienkompetenz ist das A und O in diesem ganzen Bereich. Das betrifft die Kinder und es betrifft auch die Eltern. Also Eltern müssen wissen, was ihre Kinder da machen. Das heißt wir müssen die Eltern gut beraten. Da ist das Familienministerium schon sehr aktiv. Das werden wir weiter tun. Und natürlich müssen wir die Medienkompetenz von Kindern oder Usern dann eben auch weiter verbessern. 

[Man sieht Jung und Alt nebeneinander sitzen, spielen und lachen. Besucherinnen und Besucher diskutieren miteinander.]

Welchen Einfluss haben Spiele auf die Jugend? In erster Linie sollten sie die Jugend unterhalten. Das sehe ich genauso wie bei unserem Channel, also Spiele machen einfach Spaß, bringen einfach gute Laune. Aber die Einflüsse gehen, glaube ich, mittlerweile ein ganzes Stück weiter. Spiele können ja auf alles Mögliche vorbereiten: Spiele können Bildung weiterbringen, können Bildung vermitteln, können auf vieles vorbereiten. Ich glaube das geht schon viel weiter. 

[Es werden unterschiedliche Spiele gezeigt: ein Fußballspiel, ein Rennspiel, ein Strategiespiel. Frau Barley schießt ein Foto mit ihrem Handy.]

Unser Jugendschutzrecht steckt noch ein bisschen fest – fast im letzten Jahrtausend würde ich sagen. Und wir brauchen dringend Regelungen, die die Realität heute abbilden. Also wenn man da gute Regelungen findet und auch die Industrie sich gut aufstellt, dann kann die deutsche Spieleindustrie da sehr davon profitieren.