Abschlusstagung "movemen"

Jungen männlichen Geflüchteten eine Stimme geben

Das Bild zeigt eine Gruppe
Dr. Franziska Giffey mit Beteiligten des Projekts "movemen"© BMFSFJ

Das Bundesforum Männer hat am 19. Oktober zur Abschlussveranstaltung des Projekts "Flucht, Migration, Integration - Geschlechterreflektierte Arbeit mit männlichen Flüchtlingen - movemen" in Berlin eingeladen. Dr. Franziska Giffey war vor Ort und sprach zu den Teilnehmenden.

Seit 2016 gibt es das bundesweite Projekt. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass ein Großteil der nach Deutschland flüchtenden Menschen männlich und demnach die Flüchtlingsfrage auch eine Männer- und Gleichstellungsfrage ist.

Stärken und Bedarfe in den Blick nehmen

Bis weit in die Mitte der Gesellschaft gibt es Ressentiments gegen geflüchtete Männer. Ziel des Projekts "movemen" ist es, einen vorurteilsfreien und empathischen Blick auf diese Gruppe zu eröffnen. Das Projekt hat für haupt- und ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe Workshops vermittelt, die den eigenen Blick für Perspektiven, Stärken und Bedarfe von männlichen Geflüchteten schärfen.

Während der Projektlaufzeit von "movemen" konnten bundesweit acht Praxisprojekte erfolgreich realisiert werden, unter anderem in den Handlungsfeldern Wohnen, Berufsorientierung, Schule und Jugendarbeit, psychosoziale Begleitung und Gesundheit. Die Initiativen waren so angelegt, dass sie auch über das Projektende hinaus wirken.

Bei der Abschlussveranstaltung haben die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Vorträgen, Interviewgesprächen und einer Podiumsdiskussion über Perspektiven, Stärken und Bedarfe von männlichen Geflüchteten diskutiert.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey:

"Es ist wichtig, dass wir Menschen befähigen, statt sie zu versorgen. Dass wir Menschen die Chance geben, aus eigenem Antrieb nach vorn zu kommen. Das gilt für alle Menschen gleichermaßen - egal, wo die Wiege ihrer Eltern stand. Der Wille, sich selbst helfen zu wollen, ist richtig und gut. Gleichzeitig ist klar, dass junge männliche Flüchtlinge auf ihrem Weg in die deutsche Gesellschaft auf Unterstützung angewiesen sind. Im Bildungssystem, beim Erlernen der deutschen Sprache, auf dem Arbeitsmarkt oder im Alltag. Wenn wir die Leute alleinlassen, ist die Gefahr groß, dass es schiefgeht."

Vorgestellt wurden auch die Ergebnisse der Studie "Geflüchtete Männer in Deutschland - Bedarfe, Herausforderungen und Ressourcen". Sie wurde vom Christlichen Jugendwerk Deutschlands (CJD Nord) im Auftrag des Bundesforums erstellt und ist ein zielgerichteter Beitrag für künftige Hilfsangebote und Projekte für - insbesondere männliche - Geflüchtete. Die Studie ist auf der Internetseite des Projekts "movemen" abrufbar.

Kooperation mit dem Bundesforum Männer

Das Bundesforum Männer ist ein Interessenverband für Jungen, Männer und Väter. Er ist gleichzeitig der männerpolitische Ansprechpartner für Verantwortungsträger aus Politik und Gesellschaft auf Bundes- und Landesebene. Auf verbandlicher Ebene steht das Bundesforum im engen Austausch mit dem Deutschen Frauenrat.