Kinder- und Jugendschutz

Dr. Franziska Giffey eröffnet Konferenz "WISSEN was die Praxis SCHAF(f)T"

Das Bild zeigt Franziska Giffey, die eine Ausstellung zum Thema sexualisierte Gewalt betrachtet
Dr. Franziska Giffey besucht die Fachkonferenz "WISSEN was die Praxis SCHAFT(f)T"© BMFSFJ

Am 19. November hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey die Konferenz "WISSEN was die Praxis SCHAF(f)T - Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Dialog mit der Praxis" eröffnet. Anlass für die zweitägige Veranstaltung ist der Europäische Tag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch.

In Berlin diskutierten mehr als 200 Fachleute aktuelle Forschungsergebnisse zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Um junge Menschen besser zu schützen, will die Konferenz insbesondere den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis stärken.

Das breite Themenfeld der Konferenz reichte von der Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen über Kinderschutz im digitalen Raum und die Situation kindlicher Opfer sexualisierter Gewalt im Strafverfahren. Daneben werden übergreifende Themen wie die Chancen und Risiken interdisziplinärer Kooperation im Kinderschutz diskutiert.

Dr. Franziska Giffey betonte:

"Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung ist ein Thema, das uns alle angeht. Wir müssen darüber reden, auch wenn es unbequem ist. Wir brauchen Forschung dazu, aber auch eine Verständigung darüber, was in der Praxis gebraucht wird. Schutz vor sexualisierter Gewalt braucht außerdem starke Strukturen. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass das Amt des 'Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs', einschließlich des dort angesiedelten Betroffenenrats, dauerhaft eingerichtet wird. Auch die wertvolle Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs soll bis Ende 2023 fortgeführt werden. Gemeinsam wollen wir mit aller Kraft daran arbeiten, dass Kinder und Jugendliche besser geschützt, Betroffene wirksamer unterstützt und Aufarbeitung mutig und konsequent vorangetrieben wird."

Bereits am 19. Oktober hatte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ein Konzept vorgelegt, das die Strukturen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung stärkt und die Bedingungen für schnelle und umfassende Hilfen für betroffene Menschen verbessert. Kern des Konzeptes ist die dauerhafte Einrichtung des Amtes einer oder eines "Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs".

Der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch findet auf Initiative des Europarats bereits zum vierten Mal statt und richtet in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf den Kinder- und Jugendschutz im Sport. Mit der Einsetzung dieses Tages will der Europarat auch die Umsetzung der Lanzarote-Konvention unterstützen, die seine Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, alle Formen sexualisierter Gewalt an Kindern zu verurteilen und dagegen anzukämpfen. Deutschland hat das Übereinkommen am 18. November 2015 ratifiziert.