"30 Jahre geteilter Feminismus"

Digitales Deutsches Frauenarchiv startet Kampagne zu 30 Jahre deutsche Einheit

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"30 Jahre geteilter Feminismus" - unter diesem Motto erinnert das Deutsche Digitale Frauenarchiv an 30 Jahre Feminismus in Deutschland© Deutsches Digitales Frauenarchiv

Seit 30 Jahren ist Deutschland wiedervereinigt. Doch was bedeutete die Vereinigung der beiden deutschen Staaten speziell für die Frauen? Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) nimmt die Frauenperspektive in den Blick: Das Jubiläumsjahr begleitet es mit seiner Kampagne "30 Jahre geteilter Feminismus". Veranstaltungen und Berichte von Zeitzeuginnen erinnern daran, was Frauen aus Ost und West damals bewegte und was sie heute noch trennt und verbindet. Über das ganze Jahr 2020 verteilt werden regelmäßig Texte und Archivmaterial in Online-Dossiers veröffentlicht. Ziel ist es, den Bogen von damals zu aktuellen feministischen Debatten heute zu schlagen. 

Als Ost- und Westfrauen nach dem Fall der Mauer aufeinander trafen, waren sie in vielen Bereichen verschieden. Dennoch trieb sie etwa im Sommer 1990 der Protest gegen den § 218 gemeinsam auf die Straße: Die bundesdeutsche Regelung, die Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellte und nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubte, sollte auf alle Bundesländer des wiedervereinigten Deutschland übertragen werden. In der DDR konnten Frauen innerhalb von zwölf Wochen nach Beginn der Schwangerschaft eigenverantwortlich über einen Abbruch entscheiden. 

Seitdem wurde viel erreicht. Der Feminismus hat die Gesellschaft verändert: Die Erwerbstätigkeit der Frauen ist gestiegen, die Angebote der Kinderbetreuung wurden insbesondere in den alten Bundesländern ausgebaut, erste Paritätsgesetze gibt es in Brandenburg und Thüringen. Deshalb lädt die Kampagne des Digitalen Deutschen Frauenarchivs auch zum Feiern ein.

Seit Januar 2020 wird das DDF als Institution langfristig ausgebaut und mit 1,85 Millionen Euro vom Bundesfrauenministerium gefördert. Träger ist der i.d.a., Dachverband der Lesben- und Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Italien. Über den DDF-Projektfonds erhalten i.d.a.-Einrichtungen eine Förderung zur Digitalisierung analoger Bestände, die im Deutschen Digitalen Frauenarchiv präsentiert werden. Die Berliner DDF-Geschäftsstelle verantwortet die Umsetzung technisch wie wissenschaftlich. Im September 2018 ging das Digitale Deutsche Frauenarchiv online und ermöglicht Einblicke in die Bestände der i.d.a.-Einrichtungen.