Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Zahl der Beratungen beim Hilfetelefon erneut gestiegen

Dr. Franziska Giffey startet neue Hilfetelefon-Kampagne

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hat am 24. Juni seinen sechsten Jahresbericht veröffentlicht. Darin werden allein für das Jahr 2018 rund 42.000 Beratungskontakte gezählt. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Anzahl der Beratungen bereits zum fünften Mal in Folge.

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey:

"Die Zahlen zeigen, immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen. Das ist ein gutes Zeichen und belegt, dass wir mit dem Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen' Betroffene immer besser erreichen und dieses Angebot auch angenommen wird."

In 59 Prozent der Fälle war häusliche Gewalt der Anlass für ein Beratungsgespräch. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen, informieren die Beraterinnen zu allen Fragen rund um Gewalt gegen Frauen und vermitteln Betroffene auf Wunsch auch an Beratungsstellen vor Ort. Knapp die Hälfte aller Beratungen mündete 2018 in einer Weitervermittlung: Am häufigsten wurde an Beratungsstellen für Frauen und Mädchen sowie an Frauenhäuser vermittelt.

Die Zahl der Online-Beratungen stieg auch, wie in den vergangenen Jahren, weiter an. So liegt die Nutzung des Hilfetelefonangebots per E- Mail und Sofort-Chat nun bei rund zwölf Prozent. Am häufigsten wurde der Sofort-Chat genutzt.


Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben:

"Egal ob per Telefon, über die Online-Beratung, in Leichter Sprache oder mit Hilfe einer Dolmetscherin: Das Hilfetelefon ermöglicht allen Betroffenen einen Zugang zum Beratungsangebot."

Der Anteil der Beratungen mit Dolmetscherin blieb verglichen mit 2017 konstant. Die Beraterinnen können innerhalb von 60 Sekunden eine Dolmetscherin in einer von 17 Fremdsprachen hinzuschalten. Am häufigsten wurde in den Sprachen Arabisch, Farsi/Dari und Russisch beraten.

Um noch mehr Betroffene auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam zu machen, hat Schirmherrin Dr. Franziska Giffey am 24. Juni die Online-Aktion "Sicher Dir Hilfe" gestartet.

Dr. Franziska Giffey:

"Unser Ziel ist, dass die Nummer des Hilfetelefons 'Gewalt gegen Frauen' in so vielen Adressbüchern wie möglich gespeichert wird. Egal ob man selbst betroffen ist, die beste Freundin oder eine Patientin: Die Nummer sollte immer griffbereit sein."

Die Aktion "Sicher dir Hilfe" läuft bis zum 1. Juli auf Facebook und Twitter und soll mit dem Hashtag #sicherdirhilfe weite Verbreitung finden.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de über den Termin- und Sofort-Chat sowie per E-Mail erreichbar. Mehr als 80 qualifizierte Beraterinnen informieren und beraten gewaltbetroffene Frauen, Personen aus dem sozialen Umfeld und Fachkräfte - kostenlos, anonym und vertraulich, in 17 Fremdsprachen sowie in deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache. Knapp 185.000 mal unterstützen die Beraterinnen seit der Gründung des bundesweiten Angebotes im Jahr 2013 gewaltbetroffene Frauen, Personen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt.