Neue Studie belegt:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf lohnt sich für alle

Eltern und Baby liegen auf dem Boden und lachen
© Meike Gronau

Dass sich Investitionen in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle lohnt, zeigt eine neue Studie, die das Bundesfamilienministerium beauftragt hat: Wenn Unternehmen in solche Maßnahmen investieren und eine familienfreundliche Kultur leben, sind Renditen von bis zu 40 Prozent möglich.

"Mütter und Väter wollen Verantwortung in der Familie übernehmen und im Beruf. Dafür brauchen sie familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Hier müssen die Unternehmen noch innovativer werden und Zielgruppen wie Väter, Alleinerziehende und pflegende Beschäftigte mit in den Blick nehmen. Denn von moderner, familienfreundlicher Personalpolitik profitieren Unternehmen in Euro und Cent", sagte Manuela Schwesig zur Veröffentlichung der Studie "Renditepotenziale der NEUEN Vereinbarkeit".

Die Studie wurde von der Roland Berger GmbH durchgeführt und stellt die Vorteile einer modernen familienbewussten Personalpolitik für die Unternehmen dar. Sie liefert Daten zur Abschätzung einer "Vereinbarkeitsrendite", also der Rendite auf familienfreundliche Maßnahmen der Unternehmen.

Höhere Mitarbeitermotivation

Unternehmen treffen Entscheidungen auf Grundlage ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ihren Erwartungen an die künftige Entwicklung - positive betriebswirtschaftliche Effekte sind deshalb ein wesentliches Argument für eine familienbewusste Personalpolitik. So zeigt die Studie: Während die Beschäftigten von mehr Zeit und Flexibilität für die Familie profitieren, reduzieren Unternehmen ihre Kosten. Außerdem profitieren Unternehmen von einem besseren Arbeitgeberimage und einer höheren Mitarbeitermotivation.

Die Studie zeigt außerdem, dass bereits heute mit etablierten Angeboten der "klassischen" Vereinbarkeit wie festen Teilzeitmodellen, Home-Office oder Kinderbetreuungsangeboten positive Renditen erzielt werden können.  Die "Vereinbarkeitsrendite" auf solche Investitionen zur Familienfreundlichkeit liegt nach den vorliegenden Berechnungen bei bis zu 25 Prozent. Effekte ergeben sich zum Beispiel durch die Reduktion von Fehlzeiten sowie durch schnellere Rückkehr in den Beruf nach einer familienbedingten Auszeit. Um die Potenziale der Vereinbarkeit realisieren zu können, bedarf es jedoch auch einer unterstützenden, familienfreundlichen Unternehmenskultur.

Work-Life-Balance wird immer wichtiger

Immer mehr Mütter wollen heute auch im Beruf vorankommen, viele Väter wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder, immer mehr Beschäftigte wollen sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern und auch die junge Generation legt heute mehr Wert auf eine gute Work-Life-Balance. Angesichts dieser gesellschaftlichen Entwicklung kann man sich leicht ausrechnen, dass sich die  Wirkung der in der Studie beschriebenen positiven betriebswirtschaftlichen Effekte in den kommenden Jahren noch verstärken wird.