Ungewollte Kinderlosigkeit: Studie und neues Internetportal helfen weiter

Screenshot des Informationsportals Kinderwunsch
Screenshot des Informationsportals Kinderwunsch© Bildnachweis: informationsportal-kinderwunsch.de

Ob gewollt oder ungewollt: Immer mehr Paare in Deutschland sind kinderlos. Eine vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt jetzt Gründe dafür auf. Und fasst bei ungewollter Kinderlosigkeit hilfreiche Unterstützungsangebote zusammen. Hilfe finden Betroffene auch auf dem neu gestalteten Internetportal Kinderwunsch.

"Unter ungewollter Kinderlosigkeit leiden die Betroffenen oft erheblich und suchen meist heimlich nach Wegen zu einem Kind. Das Bundesfamilienministerium bietet diesen Menschen Hilfe und Unterstützung an, in dem wir Kinderwunschpaare finanziell bei der Inanspruchnahme von reproduktionsmedizinischen Behandlungen ergänzend zu den Kassenleistungen unterstützen", betont Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig anlässlich der Milieustudie.

Informationen finden Betroffene auf dem neu gestalteten Informationsportal Kinderwunsch. Hier sind bundesweite Beratungsstellen aufgelistet ebenso wie Ansprechpartner zur finanziellen Fördermöglichkeiten bei  Kinderwunschbehandlungen. Interessante Artikel klären zudem über Ursachen auf und helfen, mit dem psychischen Druck bei ungewollter Kinderlosigkeit umzugehen.

Auch die umfassende Studie ist ab sofort auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums abrufbar. Hier werden Motive, Einstellungen und Diskriminierungserfahrungen kinderloser Frauen, Männer und Paare der unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus getrennt nach Alter und Geschlecht betrachtet.

Die Studie zeigt: Von allen kinderlosen Frauen und Männern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren sind 75 Prozent gewollt kinderlos. Viele junge Paare wollen sich erst eine solide finanzielle Basis schaffen und beruflich etablieren. Der richtige Moment, um ein Kind zu bekommen, wird deshalb zu oft in die Zukunft verschoben. Doch viele Frauen und Männer wissen nicht, dass ihre Fruchtbarkeit mit steigendem Alter rapide abnimmt. So wird aus einer zunächst gewollten dann oft eine ungewollte Kinderlosigkeit.

Laut der Studie sind 25 Prozent der befragten Frauen und Männer ungewollt kinderlos. Sie wollen teilweise schon seit vielen Jahren ein eigenes Kind, konnten sich diesen Wunsch aber bislang noch nicht erfüllen. Dabei ist der Anteil unverheirateter Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sogar doppelt so hoch wie der Anteil der verheirateten. Obwohl die betroffenen Frauen und Männer die etablierten Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlung und –beratung zumindest dem Namen nach kennen, dominiert bei ihnen die große Angst vor Stigmatisierung und Ausgrenzung, sie haben große Hemmungen und Scham, weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt Hilfs- und Unterstützungsangebote in Anspruch nimmt.

Manuela Schwesig: "Die umfangreiche Untersuchung zeigt, dass es wichtig ist, sehr viel frühzeitiger und deutlicher, über die Gründe und Ursachen von Unfruchtbarkeit im Lebensverlauf und ungewollter Kinderlosigkeit aufzuklären. Ein unerfüllter Kinderwunsch hat viele Facetten, deshalb müssen wir die Tabuisierung der Thematik beseitigen und die Angst der Betroffenen vor Stigmatisierung sehr ernst nehmen."