Führungskräfteaustausch in Japan

Teilhabe für Ältere und Menschen mit Behinderungen stärken

Eine Gruppe mit Vertretern aus Deutschland und Japan steht und sitzt in zwei Reihen vor einem Banner des Forums in Japan
Die deutsche Delegation zusammen mit Junko Tanaka, dem Vizepräsidenten der Internationalen Jugendaustausch Organisation Japans (IYEO, mit japanischer Flagge) und weiteren Organisatoren des Forums in Japan sowie einem Vertreter der deutschen Botschaft© BMFSFJ

Junge Führungskräfte aus Deutschland, Neuseeland und Finnland haben sich im Februar bei einem Fachkräfteaustausch in Japan der Frage gewidmet, wie eine inklusive Gesellschaft erreicht werden kann. Dabei ging es vor allem um die Teilhabechancen von älteren und behinderten Menschen. Bereits zum 17. lud die Internationale Jugendaustausch Organisation Japans (IYEO) ausländische junge Führungskräfte in das Land ein. Das Bundesfamilienministerium unterstützt den Austausch und die Reisen zu den Fachprogrammen.

Ein Schwerpunkt während des Forums in Tokio war die Stärkung von Nichtregierungsorganisationen und Verbänden. Zudem beleuchteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeiten, die neue Medien und künstliche Intelligenz bieten. Deutlich wurde: Vor allem jüngere Menschen können helfen, die Inklusion von Älteren und Behinderten zu verbessern. Um Diskriminierung vorzubeugen, müssen gegenseitige Vorurteile abgebaut werden - auch mithilfe der Medien.

In diesem Zusammenhang leistet die Wanderausstellung "Whats's old anyway?" des Bundesfamilienministeriums einen wichtigen Beitrag.

In Japan bekamen die Führungskräfte aus dem Ausland einen praktischen Einblick in das politische und gesellschaftliche Engagement des Landes für eine inklusive Gesellschaft. Sie bereisten dafür unterschiedliche Orte:

  • In der Behindertenhilfe Beschäftigte befassten sich in der Großstadt Oita mit Modellprojekten, die mehr Menschen mit Behinderung in Arbeit bringen wollen. Auch im sportlichen Bereich gibt es dort viele Angebote für Menschen mit schweren Behinderungen, wie etwa einen Marathon für Rollstuhlfahrende, der eine lange Tradition hat.
  • Fachkräfte aus dem Seniorenbereich flogen nach Kumamoto - eine Präfektur mit einem Altenanteil von mehr als 30 Prozent. Modellhafte Initiativen beweisen dort, dass ältere, pflegebedürftige Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung leben, wenn ihnen zum Beispiel Tageseinrichtungen mit vielfältigen Angeboten den Alltag erleichtern. Davon profitieren auch die Angehörigen. Freiwillige Nachbarschaftsinitiativen ergänzen die Angebote. Eine weitere Erkenntnis: Begegnungsangebote vermeiden Einsamkeit, informieren zum Beispiel über Demenz und dienen ähnlich wie Mehrgenerationenhäuser in Deutschland einem Austausch der Generationen.
  • Eine Gruppe aus dem Bereich Jugendhilfe erfuhr in Tottori, der bevölkerungsärmsten Präfektur Japans, wie die Gemeinde junge Menschen unter 40 für soziales Engagement gewinnt. Beim Besuch einer Gemeindeschule in Kahoku zeigte sich, wie soziale Angebote Schülerinnen und Schüler für die Gemeindegestaltung begeistern können. Die Fachkräfte erlebten außerdem, wie eine Support-Station arbeitslosen Jugendlichen in der Stadt Yonago bei der Arbeitssuche hilft. Ein anderes Projekt versucht gesellschaftlich isolierte Personen zu aktivieren, etwa mit Sport.

Die deutsche Delegation konnte bei dem Austausch in Japan ihre Erfahrungen mit freiwilliger Arbeit und insbesondere deren Unterstützung durch Nichtregierungsorganisationen darstellen. Für Seniorinnen und Senioren aus Deutschland dient beispielsweise die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) als Interessenvertretung.