Schutz von Jugendlichen vor Gefahren von E-Zigaretten und E-Shishas: Bundestag berät über Gesetzentwurf

Jugendliche zeigen an der Kasse ihren Ausweis vor
Die Abgabe von elektronischen Zigaretten und Shishas an Kinder und Jugendliche soll in Zukunft verboten werden© Bildnachweis: Bernd Lammel

Bundesjugendministerin Manuela Schwesig hat am 4. Dezember in 1. Lesung im Deutschen Bundestag über den Gesetzentwurf zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren des Konsums von elektronischen Zigaretten und Shishas gesprochen.

Mit dem Gesetz will sie die Abgabe- und Konsumverbote des Jugendschutzgesetzes und des Jugendarbeitsschutzgesetzes für Tabakwaren auf E-Zigaretten und E-Shishas ausdehnen. Zudem soll damit sichergestellt werden, dass die Abgabeverbote von Tabakwaren, E-Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche auch im Versandhandel gelten.

"Mit den neuen Regelungen setzen wir das Signal: E-Zigaretten und E-Shishas sind für Minderjährige nicht harmlos. Es ist ein Signal an die Kinder und Jugendlichen und gleichzeitig ein Signal an die Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Ärztinnen und Ärzte. An alle, die mit Kindern und Jugendlichen über solche Dinge reden. Klären Sie Kinder und Jugendliche auf, machen Sie sie stark!", forderte die Bundesjugendministerin in ihrer Bundestagsrede.

E-Zigaretten und E-Shishas liegen bei vielen Kindern und Jugendlichen im Trend. So hat nach einer aktuellen Auswertung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits jede fünfte Person in der Altersgruppe der zwölf- bis 17-Jährigen schon einmal eine E-Shisha probiert und jede siebte in dieser Altersgruppe eine E-Zigarette. 11,3 Prozent dieser Altersgruppe haben bereits eine E-Shisha oder eine E-Zigarette konsumiert, ohne jemals eine Tabakzigarette geraucht zu haben.

Mit den elektronischen Inhalationsprodukten werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, verdampft und der dabei entstehende Nebel inhaliert. Aromastoffe verleihen dem Dampf den jeweiligen Geschmack. Es gibt nikotinhaltige und nikotinfreie Lösungen. Die Produkte haben oftmals den Ruf als gesündere Alternative zum Tabakrauchen und wirken aufgrund von Geschmacksrichtungen wie Schokolade und diversen Fruchtsorten als harmlos und auf Kinder und Jugendliche attraktiv.

Harmlos sind E-Zigaretten und E-Shishas für Kinder und Jugendliche jedoch nicht. Nachdem die gesundheitlichen Risiken des Suchtstoffs und Nervengifts Nikotin, wie physische Abhängigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen, seit längerem bekannt sind, haben Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Deutschen Krebsforschungszentrums auch die gesundheitlichen Risiken des Konsums von nikotinfreien E-Shishas und E- Zigaretten für Kinder und Jugendliche belegt. Darüber hinaus kann der vermeintlich harmlose anfängliche Gebrauch von nikotinfreien E-Zigaretten Minderjährige dazu verleiten, neue Reize zu suchen und auf nikotinhaltige elektronische Zigaretten oder herkömmliche Zigaretten umzusteigen.

Manuela Schwesig zu den Gefahren von E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche