Projekt zum Schutz von schwangeren Flüchtlingsfrauen gestartet

Bauch einer schwangeren Frau
Schwangere geflüchtete Frauen gezielt unterstützen© iStock / RuslanDashinsky

Das Bundesfamilienministerium hat gemeinsam mit dem Verein donum vitae ein Modellprojekt entwickelt, das sich mit einer Konfliktberatung an schwangere geflüchtete Frauen richtet. Mit dem Projekt "Schwangerschaft und Flucht" soll ein niedrigschwelliger Zugang in das deutsche Unterstützungssystem ermöglicht werden.

Aktuell stehen Bund, Länder und Kommunen vor der Herausforderung, die vielen nach Deutschland geflüchteten Menschen gut aufzunehmen und zu integrieren. Unter den Schutzsuchenden sind auch viele schwangere Frauen, die vor und während ihrer Flucht traumatische Erfahrungen machen mussten.

Das Bundesfamilienministerium hat deshalb gemeinsam mit dem donum vitae Bundesverband e.V. ein dreijähriges Modellprojekt entwickelt, das sich an schwangere geflüchtete Frauen und ihre ungeborenen Kinder richtet. Das Projekt zielt darauf ab, geflüchteten Frauen die Angebote der deutschen Schwangerschaftsberatung bekannt zu machen und ihnen einen niedrigschwelligen Zugang in das deutsche Frauenunterstützungssystem zu ermöglichen.

"Schwangerschaft und Flucht" startet zunächst mit folgenden Standorten in sechs Bundesländern: Schleswig-Holstein (Lübeck),  Niedersachsen (Papenburg), Berlin, Baden-Württemberg (Heidelberg), Saarland (Saarlouis und Neunkirchen) sowie in Bayern (Freilassing). Weitere Standorte sind vorgesehen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Herzstück des Projektes ist das neue Konzept der aufsuchenden Schwangerschafts(konflikt)beratung, um damit die bewährten Angebote der Schwangerschaftsberatung nach §§ 2, 5 und 6 SchKG für die besondere Zielgruppe der Flüchtlinge zugänglich zu machen. Dies soll in Kooperation mit bestehenden Angeboten vor Ort geschehen.

Donum vitae ist als bundesweiter Verband mit Beratungsstellen an über 200 Orten in der allgemeinen Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung tätig. Im Programm "Schwangerschaft und Flucht" übernimmt der Verein eine Lotsenfunktion für die Frauen in das bestehende Hilfesystem. Die kultursensible Ansprache und der niedrigschwellige Zugang für die Zielgruppe sowie die Vernetzung und Kooperation vor Ort sind wichtige Bestandteile zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes.