Preisträgerin des Gabriele Münter Preises steht fest

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Gabriele Münter Preis© Bildnachweis: Gabriele Münter Preis

Die Münchner Installations-, Foto- und Collagekünstlerin Beate Passow ist die neue Preisträgerin des Gabriele Münter Preises. Das hat die zehnköpfige Jury am 1. Juni bekannt gegeben. Der Gabriele Münter Preis wird ausgelobt vom Bundesfamilienministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Frauenmuseum Bonn sowie der GEDOK, dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer.

"Mit dem Gabriele Münter Preis würdigen wir herausragende Künstlerinnen, die es ebenso wie Frauen aus anderen Bereichen immer noch deutlich schwerer haben, im wahrsten Sinne des Wortes 'gesehen' zu werden", so Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig, die den Preis im Frühjahr 2017 in der Akademie der Künste in Berlin überreichen wird.

Die 1945 geborene politische Künstlerin Beate Passow, die Absolventin der Akademie der Bildenden Künste in München ist, erhält ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro.

Die Jury würdigt mit dem Preis die konsequente künstlerische Haltung in Passows Gesamtwerk. "Die Künstlerin legt sich in keiner Weise auf ein Bildprogramm fest. Mit unterschiedlicher künstlerischer Technik setzt Frau Passow fragwürdigen Herrschaftssystemen, übermäßiger Ökonomisierung des Individuums und einer zunehmenden Überwachung ihren Blick und ihre Kamera entgegen. Der Gabriele-Münter-Preis geht an eine Künstlerin, deren Geschichtsverständnis, die eigene Biografie und die kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und politischen Bedingungen der Gegenwart zum Thema haben", heißt es im Juryurteil.

Beate Passows Werke werden gemeinsam mit denen weiterer 19 Künstlerinnen in der Gabriele Münter Preis-Ausstellung im März 2017 in der Akademie der Künste in Berlin und anschließend im Mai 2017 im Bonner Frauenmuseum gezeigt. Knapp 1000 Frauen hatten sich in diesem Jahr für den Preis beworben.

Der Gabriele Münter Preis ist der renommierteste Kunstpreis für Bildende Künstlerinnen in Deutschland und europaweit der erste Kunstpreis, der sich an Künstlerinnen wendet, die älter als 40 Jahre sind. Künstlerinnen dieser Altersgruppe sind bei hoch dotierten Auszeichnungen deutlich unterrepräsentiert.

Namenspatin des Preises ist die deutsche Malerin Gabriele Münter (1877 – 1962). Sie wurde durch ihre Zugehörigkeit zur Künstlergemeinschaft "Blauer Reiter" bekannt und war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der abstrakten Malerei in Deutschland. Der begehrte Preis wurde zum siebten Mal ausgelobt. Die bisherigen Preisträgerinnen sind Thea Richter und Gudrun Wassermann (1994), Valie Export (1997), Rune Mields (2000), Ulrike Rosenbach und Cornelia Schleime (2004), Leni Hoffmann (2007) und Christiane Möbus (2010).

Neben dem Hauptpreis für Beate Passow werden weitere 19 Künstlerinnen ausgezeichnet und eingeladen, ihre Werke zu präsentieren: Franca Barholomäi, Tremezza von Brentano, Nezaket Ekici, Eva Vera Grubinger, Mane Hellenthal, Margareta Hesse, Verena Kyselka, Ute Lindner, Anja Luithle, Alice Musiol, Eva von Platen-Hallermund, Sibylle Prange, Christine Rusche, Heike Ruschmeyer, Corinna Schnitt, Ursula Schotten, Rose Stach, Melanie Wiora und Uta Zaumseil.

Die Fachjury setzt sich zusammen aus:

  • Prof. Ines Bruhn, Hochschule Zwickau/Chemnitz
  • Prof. Birgit Hein, Akademie der Künste Berlin
  • Ulrike Kremeier, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
  • Ute Pauling, ARD
  • Prof. Ulrike Rosenbach, Preisträgerin des GMP 2004
  • Rein Wolfs, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
  • Dr. Martina Gräfin von Bassewitz, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Dr. Gerlinde Förster, GEDOK
  • Marianne Pitzen, Frauenmuseum Bonn
  • Ulla Windheuser-Schwarz, BBK