Demokratieförderung

Preis Politische Bildung 2019 verliehen

Das Bild zeigt Caren Marks bei der Übergabe eines Preises an Jugendliche
Caren Marks überreicht den ersten Preis an Emelie Jusek, Daria Szücs und Gregor Freytag vom Chemnitzer Projekt "Comparti - politische Bildung und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten"© Dirk Enters

In Berlin ist am 3. Juni 2019 der bap-Preis Politische Bildung verliehen worden. Der Preis würdigt kreative und innovative Projekte und wird durch den Bundesausschuss Politische Bildung e. V. (bap) vergeben. Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin, nahm an der Verleihung teil und überreichte in der Kalkscheune den ersten Preis an das Chemnitzer Projekt "Comparti - politische Bildung und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten".

Caren Marks:

"Die Demokratie braucht Demokratinnen und Demokraten. Menschen, die diese Werte im Alltag leben und für eine demokratische Streitkultur einstehen. Mitbürgerinnen und Mitbürger, die - bei allen Unterschieden - das Verbindende in den Vordergrund stellen und unseren Zusammenhalt stärken. Personen und Projekte, die genau das tun, zeichnen wir heute mit dem Preis politische Bildung aus. Ihnen gebührt Anerkennung, Dank und Respekt."

Für den diesjährigen Preis wurden 142 Ideen und Projekte eingereicht, eine siebenköpfige Jury kürte drei Preisträger und verlieh einen Sonderpreis.

  • 1.Platz: "Comparti - politische Bildung und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten" des Vereins AGIUA e. V. Das Projekt stärkt die selbstbestimmte politische Teilhabe von Migranten und Migrantinnen ab 12 Jahren in Chemnitz. Das geschieht durch politische Bildung. Dabei werden Migranten und Migrantinnen unterstützt, ihre eigenen Interessen zu formulieren und zu vertreten sowie sich in Organisationen aktiv einzubringen. Dadurch können sie die Gesellschaft mitgestalten. Außerdem bietet das Projekt Angebote für Organisationen, die sich interkulturell öffnen wollen.
  • 2. Platz: Das Demokratiewerkstatt‐Projekt "nur ein Viertel Heimat" - politische Viertelgestaltung in Stolberg (Nell‐Breuning‐Haus/Volkshochschule Stolberg) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Das Projekt verknüpft Quartiersplanung mit politischer Bildung. Es geht darum, sich mit dem Thema Heimat im Stadtviertel zu beschäftigen und einen interkulturellen Dialog zu führen. Eine Schlüsselrolle als "Brückenbauer" haben dabei Stolbergerinnen und Stolberger mit Migrationsgeschichte, die durch Aktivitäten im Kleinen den Dialog über das nachbarschaftliche Miteinander in der ehemaligen Kupferstadt anregen. Mit Teilnehmenden verschiedener Deutsch‐ und Integrationskurse entstand zum Abschluss des ersten Förderzeitraums ein Video‐Projekt zum Thema Heimat.
  • 3. Platz: Das Projekt "Diskutier Mit Mir - Deine App für politischen Dialog" des Vereins Diskutier Mit Mir e.V. Im Unterschied zu Algorithmen in sozialen Medien vernetzt die Plattform "Diskutier Mit Mir" Andersdenkende. Dadurch durchbricht sie Meinungsblasen. Während der Kampagne zur Bundestagswahl konnte die App in vier Wochen knapp 20.000 Gespräche ermöglichen. Das Besondere: Der Dialog findet in privaten Chats ohne Publikum statt. Dabei kann jeder mitmachen. So bietet die App eine niedrigschwellige Möglichkeit, auch umstrittene Positionen und Schwierigkeiten in Bezug auf das gesellschaftliche Zusammenleben auszusprechen und gegenteilige Standpunkte verstehen zu lernen.

Einen Sonderpreis für ihr Engagement gegen Antisemitismus erhält die bundesweit agierende Initiative "Rent a Jew" der Europäischen Janusz Korczak Akademie. Die Initiative vermittelt ehrenamtlich und kostenfrei jüdische Dialogpartnerinnen und Dialogpartner aller Altersklassen an Schulen, Volkshochschulen, Vereine oder Kirchengemeinden.

Im Gespräch brechen sie das oft abstrakte Bild von Juden und Jüdinnen auf und stellen das aktuelle jüdische Leben aus erster Hand vor. Dabei sind alle Fragen erlaubt - ohne Tabus. Besonders wichtig ist der Initiative der Austausch mit der Generation der zehn- bis 27‐Jährigen. Echte Begegnungen sind in Zeiten von Digitalisierung und Fake News wichtiger denn je. Eine Gesellschaft, die Antisemitismus toleriert, ist auch für andere Formen des Hasses anfällig.

Der Preis Politische Bildung wird seit 2009 alle zwei Jahre mit einem wechselnden thematischen Fokus ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Projekte und Veranstaltungen, die:

  • die demokratisch‐politische Kultur nachhaltig stützen und entwickeln,
  • politisches Lernen kreativ fördern, 
  • für das Gemeinwesen wichtige neue Themen für die politische Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen einbringen.

Die Preisvergabe erfolgt zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung sowie mit Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium. Der Preis steht im Jahr 2019 unter dem Motto "Wir müssen reden!"