Begleitung am Lebensende

Pionierprojekt: Tageshospiz für Erwachsene feiert Richtfest

Franziska Giffey mit Mikrofon an einem Stehtisch bei dem Richtfest der Ricam Hospiz Stiftung
Dr. Franziska Giffey bei dem Richtfest der Ricam Hospiz Stiftung © BMFSFJ

Die Ricam Hospiz Stiftung hat am 12. Juni in Berlin-Rudow ein Richtfest für ein Pionierprojekt gefeiert: das erste Tageshospiz in Deutschland soll Menschen dabei unterstützen, trotz schwerer oder unheilbarer Krankheit weiter zu Hause leben zu können. Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Gemeinsam mit Martin Hikel, Neuköllner Bezirksürgermeister, und Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), besuchte sie die Veranstaltung und hielt ein Grußwort.

Dr. Franziska Giffey:

"Menschen, die bald sterben müssen, brauchen liebevolle Unterstützung und helfende Hände, um die verbleibende Zeit mit so viel Lebensqualität wie möglich zu füllen. Für viele ist es aber auch wichtig, dass sie so lange es geht zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung sein können. Deshalb unterstützen wir als Bundesfamilienministerium die Idee eines Tageshospizes. Hier können die Schwerstkranken tagsüber professionell gepflegt und begleitet werden, während sie abends wieder zu Hause sein können. Auch für die Angehörigen ist dies eine große Entlastung."

Zu dem Hospizzentrum wird neben einem vollstationären Hospiz mit acht Plätzen ein teilstationäres Hospiz gehören. Das Tageshospiz wird Menschen dabei unterstützen, zu Hause leben zu können, trotz schwerer, unheilbarer und fortschreitender Krankheit. Sie finden tagsüber oder nur nachts medizinische, pflegerische und psychosoziale Unterstützung. Angehörige werden entlastet und das eigene Zuhause bleibt bestehen. Im teilstationären Hospiz wird es zwölf Tages- und vier Nachtplätze geben.

Das Bundesfamilienministerium fördert im Bereich Hospiz-und Palliativversorgung verschiedene Projekte: Es unterstützt die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland.

Dazu gehört auch die Online-Suche Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland. Hier finden Interessierte ambulante und stationäre Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Das Online-Portal zeigt Betroffenen stationäre und ambulante Dienste sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene in der Nähe an. Zu finden sind Einrichtungen und Dienste wie unter anderem Palliativstationen, stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste sowie weitere Unterstützungsangebote - jeweils mit einer Kurzbeschreibung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) stellt den Wegweiser in neun Sprachen zur Verfügung.

Bei einem Pilotprojekt der Fachstelle für Hospizarbeit, Palliativversorgung und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienstes sollen junge Erwachsene an das Thema herangeführt und als Ehrenamtliche für die Sterbe- und Trauerbegleitung gewonnen werden. Das Projekt wird ebenfalls vom Bundesfamilienministerium gefördert.