Sicherheit im Internet

Orientierungshilfen bei Kinder-Apps

Dr. Ralf Kleindiek und Gerd Billen vor der Pressewand des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
Dr. Ralf Kleindiek und Gerd Billen© BMJV / Reiner Habig

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesjugendministerium und Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz haben am 5. Juli in Berlin die Veranstaltung "App-gezockt und spielend ausgehorcht? – Kindern eine sichere und faire Nutzung von Apps ermöglichen" eröffnet. Auf der Veranstaltung präsentierten das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, und die Stiftung Warentest ihre aktuellen Testergebnisse zum Thema Spiele-Apps. Zudem konnten sich die Teilnehmenden aus Politik und Wirtschaft zum Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz informieren.

Tests zeigen teils erhebliche Mängel

Die Tester stellten bei 50 der populärsten Spiele-Apps zum Teil erhebliche Mängel fest. Nicht eine der Spiele-Apps wurde von Stiftung Warentest und jugendschutz.net als unbedenklich eingestuft. Vermeintlich kostenlose Spiele verleiteten demnach zu weiteren Käufen, um den Spielfortschritt zu beschleunigen. 19 Apps platzierten Werbung, die sich ohne klare Kennzeichnung mit dem Spiel vermischte. Weitere 19 Apps schützten Kinder zu wenig vor Mobbing und unangemessener Kontaktaufnahme durch Fremde. Fazit: Kostenlose Apps können schnell kostspielig werden; häufig wird der Daten- und Kinderschutz nicht ausreichend berücksichtigt.

Orientierungshilfen bieten

Dr. Ralf Kleindiek forderte klare Orientierungshilfen für Eltern, um eine kindgerechte Kommunikation zu gewährleisten:

"Eltern müssen verlässlich entscheiden, ob eine App für ihr Kind geeignet ist. Dafür brauchen sie zuverlässige und übersichtliche Angaben zu Inhalten, Kommunikation, Kosten und Datenströmen. Es muss ‚elternleicht‘ sein, dass Eltern ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern gerecht werden. Wir müssen Kinder vor Interaktionsrisiken schützen und dies auch im Jugendschutzgesetz verankern."

Informationen für Eltern, Kinder und Jugendliche

Das Bundesjugendministerium fördert Informationsangebote für Eltern, Kinder und Jugendliche: Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) pflegt eine Datenbank, in der die wichtigsten Apps für Kinder pädagogisch bewertet sind. Die App-Rezensionen finden sich auch auf der Website gutes-aufwachsen-mit-medien.de. Der Empfehlungsdienst "Klicktipps" bietet im Erwachsenenbereich eine Übersicht über gute Kinder-Apps. Grundlegende Empfehlungen zur Medienerziehung finden sich in dem Medienratgeber "Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht".

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat gemeinsam mit App-Store-Anbietern, App-Entwicklern, App-Testern sowie Verbraucher-, Daten- und Jugendschützern – darunter auch jugendschutz.net und die Stiftung Warentest – eine umfangreiche Orientierungshilfe erarbeitet.