Chancen und Teilhabe für Familien

Neues Gutachten zu geflüchteten Familien und Frauen vorgelegt

Dr. Franziska Giffey zusammen mit Mitgliederinnen und Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen
Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen übergibt Dr. Franziska Giffey das Gutachten mit dem Titel "Familien mit Fluchthintergrund: Aktuelle Fakten zu Familienstruktur, Arbeitsmarktbeteiligung und Wohlbefinden"© BMFSFJ

Am 8. November hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ein neues Gutachten zu Familien- und Lebensformen geflüchteter Erwachsener und ihrer Kinder vom Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen entgegengenommen. Das Gutachten zeigt, dass in Familien, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen sind, häufig mehrere und sehr junge Kinder leben. Die Verantwortung für die Familie stellt geflüchtete Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besondere Herausforderungen: Sie sind deutlich seltener erwerbstätig als geflüchtete Männer. Dies ist auch damit zu erklären, dass zwei Drittel der geflüchteten Frauen - im Vergleich zu nur einem Drittel der Männer - mit ihren Partnern und Kindern in einem Haushalt leben.

Mit dem ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" unterstützt das Bundesfamilienministerium daher speziell Mütter mit Migrationshintergrund beim Erwerbseinstieg, darunter auch geflüchtete Mütter. Unter den insgesamt 12.000 Teilnehmerinnen waren bereits 2600 geflüchtete Mütter. 20 Prozent von ihnen haben den Weg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden und 37 Prozent während der Teilnahme eine Qualifizierung erhalten, die sie an den Arbeitsmarkt heranführt. Besonders großen Zuspruch erfährt das Programm unter denen, die erst seit Kurzem in Deutschland sind. "Stark im Beruf“ begleitet die Mütter von der Feststellung ihrer Kompetenzen über Coaching und Praktika bis hin zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder Ausbildung. Dass frühzeitige Integrationsmaßnahmen besonders erfolgreich sind, belegt auch eine aktuelle OECD-Studie.

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen berät das Bundesfamilienministerium unabhängig und ehrenamtlich in allen Fragen der Familienforschung und Familienpolitik. Ihm gehören derzeit 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den für Familienforschung und Familienpolitik wichtigen Bereichen an. Vorsitzender des Beirats ist der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Professor Dr. Jörg Fegert vom Universitätsklinikum Ulm.