DelpHi-Studie Mecklenburg-Vorpommern

Neue Studie zu häuslicher Pflege bei Demenz

Gruppenbild mit Manuela Schwesig zu "Demenz: Lebenswelt- und patientenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern"
Von links nach rechts: Prof. Dr. Max Baur (Uni Greifswald), Prof. Wolfgang Hoffmann (Uni Greifswald), Manuela Schwesig, Dr. Sabine Helling-Moegen (DZNE)© BMFSFJ

Gemeinsam mit Prof. Wolfgang Hoffmann, Standortsprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Greifswald, hat Bundesseniorenministerin Manuela Schwesig am 17. November die Ergebnisse der Studie "Demenz: Lebenswelt- und patientenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern" (DelpHi-MV) vorgestellt.

Im Rahmen der DelpHi-MV-Studie haben Greifswalder und Rostocker Forscherinnen und Forscher ein deutschlandweit einmaliges Versorgungskonzept erprobt: das Dementia Care Management - Hausbesuche durch qualifiziertes Beratungspersonal als effektive Unterstützung von Menschen mit Demenz, Angehörigen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Mit Blick auf die demografische Zunahme demenzieller Erkrankungen und die infrastrukturellen Versorgungshürden ist dies insbesondere in ländlichen Gegenden ein zukunftsweisender Ansatz.

Dabei werden niedergelassene Hausärztinnen und -ärzte durch speziell qualifizierte Pflegefachkräfte, die sogenannten Dementia Care Manager (DCM), unterstützt. Die DCM besuchen Patientinnen und Patienten und deren Angehörige zu Hause. Sie erfassen und verbessern systematisch die persönliche Versorgungssituation. Die Ergebnisse der seit 2012 laufenden Studie belegen, dass die Belastung pflegender Angehöriger abnimmt, die medikamentöse Behandlung der Betroffenen optimiert wird und weniger herausfordernde Verhaltensweisen auftreten. Insgesamt stieg die Lebensqualität bei den Demenzerkrankten der Interventionsgruppe signifikant an im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Im nächsten Projektschritt sollen die Pflegestützpunkte Aufgaben der DCM übernehmen. Damit könnten die effektiven Koordinierungs- und Versorgungsleistungen für alle zugänglich werden.

Bundesseniorenministerin Schwesig betonte:

"Demenz ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Hier setzen wir national mit der Allianz für Menschen mit Demenz und regional mit den lokalen Allianzen an. Die DelpHi-Studie ist ein hilfreicher Beitrag der Wissenschaft und Beleg dafür, dass eine individuelle häusliche Versorgung Demenzerkrankter im Zusammenspiel aller Akteure möglich wird."

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) ist Gestaltungspartner in der Allianz für Menschen mit Demenz, einer Arbeitsgruppe der Demografiestrategie der Bundesregierung. Die Allianz arbeitet unter gemeinsamem Vorsitz des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesseniorenministeriums. In der Agenda "Gemeinsam für Menschen mit Demenz" sind sowohl DelpHi als auch das Modellprogramm der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz als Beitrag des DZNE beziehungsweise des Bundesseniorenministeriums verankert. Beide Maßnahmen wollen die Lebensqualität Betroffener verbessern und ergänzen einander.