Corona-Pandemie Neue Plattform bringt Freiwillige und Einsatzstellen zusammen

Ein junger Mann und eine junge Frau mit verschränkten Armen vor grauem Hintergrund
Freiwilligendienstleistende, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr an ihrem ursprünglichen Einsatzort arbeiten können, finden über die neue Online-Plattform eine neue Einsatzsstelle in ihrer Nähe© iStock.com / Deagreez

Am 7. April hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey das Online-Angebot "Freiwillige helfen jetzt" des Bundesfamilienministeriums freigeschaltet. Die Online-Plattform will lokale und regionale Kontakte zwischen Freiwilligendienstleistenden aus Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilligem Sozialen Jahr (FSJ) und Freiwilligem Ökologischen Jahr (FÖJ), die im Moment nicht an ihren eigentlichen Einsatzorten tätig sein können, weil diese eingeschränkt oder geschlossen sind, erleichtern.

Wenn Freiwillige außerhalb ihrer eigentlichen Einsatzstelle helfen möchten, können sie in gemeinwohlorientierten Einrichtungen, die aktuell jede hilfsbereite Hand willkommen heißen, unterstützen - sei es in kommunalen Bereichen, im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Pflege oder bei den großen Lebensmittel-Verteilstellen der Tafeln. Es gibt unzählige kleine und große Tätigkeiten, bei denen die Zahl der Helfenden und die Flexibilität ihres Einsatzes ganz wesentlich darüber entscheiden, wie gut unser Land diese Tage und Wochen bewältigt.

Ziel von "Freiwillige helfen jetzt" ist es, dass die Freiwilligen und ihre möglichen neuen Einsatzbereiche vor Ort durch eine lokale Vermittlung ihrer Online-Einträge möglichst einfach zusammenfinden.

Viele Einsatzstellen in den Freiwilligendiensten haben wegen der Corona-Pandemie derzeit ihren Betrieb stark eingeschränkt oder ganz geschlossen. Damit dies nicht zulasten der Freiwilligen geht, laufen die Zahlungen des Bundes für Taschengeld und Sozialversicherung grundsätzlich genauso weiter, als ob diese ihren Dienst regulär leisten würden. Gleichzeitig besteht bei vielen Freiwilligen der Wunsch, trotz der geschlossenen Einsatzstelle an anderer Stelle auszuhelfen.

Deshalb hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey eine Ausnahmeregelung in Kraft gesetzt, wonach Bundesfreiwilligendienstleistende, sofern sie das möchten, nicht nur in ihrer angestammten Einsatzstelle, sondern auch in einem sogenannten "erweiterten Einsatzbereich" helfen dürfen. Zahlreiche Bundesländer sind für ihre Freiwilligendienste FSJ und FÖJ diesem Beispiel gefolgt.

Dr. Franziska Giffey:

“Der oberste Grundsatz bei der Nutzung von 'Freiwillige helfen jetzt' ist und bleibt: Ein Freiwilligendienst muss unbedingt freiwillig sein. Und die Sicherheit aller Beteiligten hat immer Vorrang. Wir möchten aber denen, die aus eigenem Entschluss und im Einvernehmen mit ihrer Einsatzstelle gerne an anderer Stelle helfen wollen, dies auch ermöglichen. Unser Land braucht gerade jetzt an vielen Stellen Hilfe und Unterstützung, Deutschland lebt derzeit langsamer, es arbeitet anders, aber es steht nicht still. Mit 'Freiwillige helfen jetzt' bringen wir die Hilfsbereitschaft zahlreicher Freiwilligendienstleistender leichter dorthin, wo sie willkommen ist. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen - alle gemeinwohlorientierten Infrastrukturen und Einrichtungen verdienen unsere helfende Hand und sind eingeladen, bei 'Freiwillige helfen jetzt' mitzumachen.“

Über 90.000 Freiwillige

In den Freiwilligendiensten BFD, FSJ und FÖJ sind im laufenden Jahrgang über 90.000 Freiwillige aktiv, davon 39.000 im BFD, 52.000 im FSJ und 3.000 im FÖJ. Mehr als 25.000 von ihnen haben sich von Anfang an für eine Einsatzstelle des Gesundheits- und Pflegebereichs entschieden. Sie helfen beispielsweise in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder im Rettungsdienst. Damit sind sie in Bereichen tätig, die aktuell ganz besonders wichtig sind und auch ganz besonders unter Druck stehen. Andere sind beispielsweise im Zivil- und Katastrophenschutz eingesetzt oder im Kulturbereich, der Denkmalpflege oder im Umweltschutz.

So funktioniert die Vermittlungsarbeit

Die Freiwilligen und Einrichtungen suchen sich ihre lokale Vermittlungsstelle auf der Startseite heraus und tragen sich dort in ein Online-Formular ein. Das Matching der Einträge erfolgt anschließend durch die lokalen Vermittlungsstellen mittels persönlicher Sichtung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Kontakte werden darauf geprüft, ob sie passen. Danach werden Freiwillige und Einsatzstellen per E-Mail informiert. Anschließend können beide Seiten entscheiden, ob sie Kontakt zueinander aufnehmen wollen.

Wenn die Region noch nicht abgedeckt ist, steht für die Freiwilligen und Einrichtungen am unteren Ende der Seite eine allgemeine Hinweistafel zur Verfügung mit der Aufschrift: "Ihr Ort ist nicht dabei, Sie möchten trotzdem dabei sein? Dann bitte hier anmelden!" Dort laufen dann alle Einträge, die noch nicht lokal vermittelt werden können, im Bundesfamilienministerium zusammen, bis eine möglichst hohe lokale und regionale Abdeckung erreicht ist.

Lokale Vermittlungsstellen schließen sich an

Der Betreiber der Plattform, "freinet", vermittelt mit derselben Software über das "hilf-jetzt.de" Corona-Nachbarschaftshilfe. Die über 100 lokalen Vermittlungsstellen von "hilf-jetzt.de" sind von "freinet" und dem Bundesfamilienministerium eingeladen worden, auch bei "freiwillige-helfen-jetzt.de" mitzumachen und Einträge von Freiwilligen und Einrichtungen zu vermitteln. Bisher haben 22 dieser lokalen Vermittlungsstellen die Einladung zur Zusammenarbeit angenommen.