Neue Modelle für familienbewusste Aus- und Weiterbildung vorgestellt

Eine junge Mutter im Businesskostüm läuft mit ihrer Tochter an der Hand auf einer Straße entlang, Bildnachweis: BMFSFJ
Unterstützung beim Rückkehr in den Beruf

Mit innovativen Aus- und Weiterbildungskonzepten sollen für Berufsrückkehrerinnen und Eltern ohne Berufsausbildung neue Brücken in den Arbeitsmarkt gebaut werden. Das ist das Ziel gemeinsamer Aktivitäten, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und das Bundesfamilienministerium am 19. November im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin vorgestellt haben. Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Lutz Stroppe, sagte: "Flexible Arbeitszeiten, eine Unternehmenskultur, die auch die Familien hinter den Arbeitnehmern im Blick hat und im besten Fall eigene Kinderbetreuungsangebote sind konkrete Botschaften an Beschäftigte und an potenzielle Arbeitnehmer, dass Eltern in einem Unternehmen willkommen sind. Das macht Unternehmen heute besonders attraktiv."

Neue Modelle einer familienbewussten Personalpolitik werden für die Fachkräftesicherung immer wichtiger: Beispielsweise die Teilzeitausbildung, die etwa 130.000 junge Eltern ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung anspricht oder betriebsnahe Qualifizierungsmodelle für rund 160.000 bei den Agenturen für Arbeit gemeldete Berufsrückkehrerinnen. 

"Wichtig für den Erst- oder Wiedereinstieg in den Beruf sind betriebliche Modelle für eine familienbewusste Aus- und Weiterbildung. Mit innovativen Konzepten können wir Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und den Bedarf der Wirtschaft nach Fachkräften unterstützen", sagte Lutz Stroppe.

Gemeinsam mit dem Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie" will die IHK-Organisation daher bei Unternehmen für familienbewusste Aus- und Weiterbildungsmodelle werben. Im Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten stehen regionale Veranstaltungen und ein Leitfaden mit Best-Practise-Beispielen. In Berlin organisieren die IHK und Handwerkskammer mit der Agentur für Arbeit zu Beginn des nächsten Jahres eine Veranstaltung mit anschließendem Speeddating für Unternehmen und potenzielle Teilzeitazubis, die nach der Familienphase ins Berufsleben einsteigen wollen. Auch in anderen IHKs gab es bereits erste Pilotveranstaltungen.

Als Teil des gleichnamigen Unternehmensprogramms wurde das Netzwerk "Erfolgsfaktor Familie" im Herbst 2006 in einer gemeinsamen Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ins Leben gerufen. Es ist mit derzeit rund 5.000 Mitgliedern die bundesweit größte Plattform für alle, die sich für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie interessieren oder bereits engagieren. Mitgliedsunternehmen haben die Möglichkeit, ihr Engagement für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Unternehmen können sich kostenlos im Netzwerk registrieren.