Motive für das Engagement: Die Engagement-Studie des Allensbach-Instituts

Engagement bedeutet für viele vor allem Gemeinschaft
Engagement bedeutet für viele vor allem Gemeinschaft© Bildnachweis: BMFSFJ

Für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Institut für Demoskopie Allensbach im August 2013 eine Stichprobe von 1548 Personen ab 16 Jahren - darunter 693 Engagierte - dazu befragt, warum sie sich engagieren.

Die Motive unterscheiden die sich je nach Alter, Lebensphase und Bereich des Engagements sehr: Jüngere suchen häufiger Raum für eigene Entscheidungen und die Entfaltung eigener Fähigkeiten; Aktive im mittleren Alter möchten häufiger Dinge verändern, die ihnen nicht gefallen und die Lebensqualität am Wohnort erhöhen; ältere Engagierte berichten häufiger über ethische und religiöse Antriebe für ihre Aktivitäten.

Allerdings: Unabhängig vom Geschlecht und Alter gaben die Befragten an, dass Freude ein wesentliches Motiv für das Engagement ist. Aber es gibt noch andere Gründe, sich für andere einzusetzen, es sind vor allem folgende Motive:

  • Der Wunsch, anderen zu helfen (86 Prozent)
  • Weil man etwas für bestimmte Gruppen oder Anliegen tun will (82 Prozent)
  • Aus dem Wunsch nach Kontakten und sozialer Interaktion (82 Prozent)
  • Weil man sich gebraucht fühlt (82 Prozent)
  • Um persönliche Stärken entfalten zu können (78 Prozent)
  • Um eigenen Interessen und Neigungen nachzugehen (75 Prozent)
  • Um Neues zu lernen und interessante Erfahrungen zu machen (71 Prozent)
  • Um die Lebensqualität am Wohnort zu erhöhen (70 Prozent)
  • Wegen der Abwechslung vom Alltag durch das Engagement (67 Prozent)
  • Aus dem Wunsch heraus, empfundene Missstände zu beheben (59 Prozent)

Fast die Hälfte aller Freiwilligen (46 Prozent) sind auch deshalb aktiv, weil Bekannte sie dazu aufgefordert haben. Die persönliche Ansprache ist also einer der sichersten Wege, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.

Kleinere Gruppen werden aus religiöser Überzeugung aktiv, aus Familientradition oder weil sie in das Engagement hineingewachsen sind. Konkrete Nutzenerwägungen spielen bei weniger als 20 Prozent eine Rolle, noch seltener finanzielle Anreize durch Übungsleiterpauschalen oder Aufwandsentschädigungen.

Viele der Engagierten beginnen ihre Tätigkeit für die Gemeinschaft schon in jungen Jahren. Im Laufe der Zeit ändern sich dann oft die Motive und auch die Bereiche des Engagements. Zudem ergeben sich kürzere oder längere Unterbrechungen der ehrenamtlichen Aktivitäten, etwa während der Familienphase.
So entstehen oft lange Engagement-Biografien mit unterschiedlichen Kapiteln. Eine schon frühe Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für das bürgerschaftliche Engagement wirkt deshalb oft noch Jahrzehnte lang nach.