Schwangerschaft und Flucht

Modellprojekt für geflüchtete Schwangere erfolgreich abgeschlossen

Das Bild zeigt Juliane Seifert in einer Gruppe von Frauen hinter einem Redepult
Juliane Seifert zusammen mit Beraterinnen und Initiatorinnen des Modellprojekts© donum vitae

Das Modellprojekt "Schwangerschaft und Flucht" des donum vitae Bundesverbands hat schwangeren, geflüchteten Frauen in Deutschland einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung ermöglicht. Zum Abschluss des Projekts wurde auf einem Kongress am 28. März Bilanz gezogen.

Das durch das Bundesfrauenministerium geförderte Projekt war im Mai 2016 gestartet. Dabei stand das Konzept der aufsuchenden Beratung im Vordergrund: Durch Beratungsangebote direkt in den jeweiligen Unterkünften der Frauen sollten Hemmschwellen überwunden und leichtere Hilfe ermöglicht werden.

In ihrem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung betonte Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium, den Stellenwert des Projekts für den Schutz schwangerer, geflüchteter Frauen in Deutschland:

"Die Frauen kennen unser Hilfesystem häufig nicht. Deshalb müssen wir auf sie zugehen und Barrieren abbauen - denn alle Frauen haben ein Recht auf eine qualifizierte Schwangerschaftsberatung. Genau das hat donum vitae mit seinem Projekt erreicht!"

Petra Schyma, Leiterin des Modellprojekts "Schwangerschaft und Flucht", sowie mehrere Beraterinnen und Dolmetscherinnen von donum vitae berichteten im Verlauf der Veranstaltung über ihre Arbeit, die Herausforderungen und Erfolge der vergangenen drei Jahre.

Rund 30 Standorte in ganz Deutschland hat donum vitae errichtet, um geflüchtete Frauen während ihrer Schwangerschaft zu unterstützen. Der Aufbau eines Pools an Dolmetscherinnen und Dolmetschern gehört ebenfalls zu den Erfolgen des Projekts. Durch die enge Zusammenarbeit konnten schwangere Frauen Sorgen und Fragen in ihrer Muttersprache formulieren und umfassend über die Hilfsangebote informiert werden.

Dabei reichte das Angebot oft über die reine Schwangerschaftsberatung hinaus. Durch das weitreichende Netzwerk der Beraterinnen konnten viele Frauen in das richtige Unterstützungsangebot vermittelt werden. Gruppenangebote erlaubten den Geflüchteten außerdem, in einem geschützten Raum Fragen zu Schwangerschaft, Sexualität, aber auch zum Ankommen in Deutschland zu stellen.

Das Modellprojekt "Schwangerschaft und Flucht" hat in seiner dreijährigen Laufzeit gezeigt, dass der Bedarf an Hilfs- und Beratungsangeboten unter geflüchteten Frauen groß ist. Beim Abschlusskongress wurde darüber diskutiert, wie aufsuchende Beratung in Zukunft noch erfolgreicher gelingen kann. Das Bundesfrauenministerium wird deshalb das im April 2019 startende Modellprojekt "Helfen.Lotsen.Beraten" fördern, das erstmalig die Ergänzung der aufsuchenden Beratung durch digitale Angebote erprobt. Auch dieses Projekt wird der donum vitae Bundesverband koordinieren und dabei auf die Erfahrungen aus dem Projekt "Schwangerschaft und Flucht" zurückgreifen können.