Blickpunkt Kinderarmut

Mit guter Kinderbetreuung gegen Kinderarmut

Spielende Kinder schauen lachend in die Kamera
Qualität in der Kindertagesbetreuung fördern© Bildnachweis: Andreas Schöttke

Rund 2,8 Millionen Kinder sind in Deutschland armutsgefährdet. Das heißt, sie leben in Familien, deren Haushaltseinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Welche Faktoren das Armutsrisiko von Kindern erhöhen und mit welchen Ansätzen Hilfeleistungen weiterentwickelt werden können – diese Erkenntnisse hat die Prognos AG in dem kürzlich veröffentlichten Policy Paper "Blickpunkt Kinderarmut bekämpfen - Chancen für Kinder in Familien mit kleinen Einkommen verbessern" für das Bundesfamilienministerium zusammengefasst.

Das Armutsrisiko hängt demnach stark mit dem Familientyp zusammen: So sind 44 Prozent der Haushalte von Alleinerziehenden armutsgefährdet. Ihr Armutsrisiko ist damit mehr als viermal so hoch als das von Paarfamilien mit einem oder zwei Kindern. Ebenfalls überdurchschnittlich gefährdet sind Mehrkindfamilien und Familien mit Migrationshintergrund. Maßgeblich ist jedoch das Erwerbseinkommen der Eltern: Wenn beide Eltern arbeiten, ist das Armutsrisiko sehr gering.

Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Armutsgefährdung ist eine gute Kinderbetreuung: Sie senkt das Armutsrisiko bei Paarfamilien um 12 Prozentpunkte und bei Alleinerziehenden um 19 Prozentpunkte.

Insbesondere für die Erwerbstätigkeit der Mütter ist eine gute Kinderbetreuung wichtig. Sie unterstützt sie darin, eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Ohne Betreuung wären 100.000 Mütter mit Kindern zwischen einem und drei Jahren nicht erwerbstätig.

Um Kindern ein gutes Aufwachsen, Bildungschancen und Teilhabe zu ermöglichen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, unterstützt der Bund die Länder und Kommunen durch massive Finanzhilfen beim Ausbau der Kindertagesbetreuung.

Mit dem "Gesetzes zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung" stellt der Bund zwischen 2017 und 2020 1,126 Milliarden Euro für den Kita-Ausbau zur Verfügung. Damit können 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze gefördert werden - erstmals auch für Kinder bis zum Schuleintritt. Das Gesetz wurde am 28. Juni verkündet und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft.