Equal Pay Day

Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schließen

Das Bild zeigt Dr. Franziska Giffey mit mehreren Menschen aufgereiht zu einem Gruppenbild
Dr. Franziska Giffey besucht die Kundgebung mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts liegt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern weiterhin bei durchschnittlich 21 Prozent. Der Equal Pay Day, der in diesem Jahr wieder am 18. März stattfindet, macht auf diese Ungleichheit aufmerksam. Anlässlich des Aktionstages haben der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Sozialverband Deutschland und der Deutsche Frauenrat zu ihrer jährlichen Kundgebung vor das Brandenburger Tor eingeladen. Das Motto lautet in diesem Jahr: "Wertsache Arbeit".

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey:

"Wir haben weiterhin 21 Prozent Lohnunterschied und in der Folge 53 Prozent Rentenunterschied. Das ist inakzeptabel und muss geändert werden. Frauen haben mehr verdient. Aber wir dürfen nicht bei der unverbindlichen Empfehlung bleiben, es braucht auch rechtliche Rahmenbedingungen, um das zu ändern, zum Beispiel bei den Führungspositionen in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Wir werden dort Sanktionen einführen, wenn Unternehmen künftig keine Zielgröße für Frauen in den Vorständen melden oder die Zielgröße 'Null' nicht begründen. Und: Ohne dass wir das Thema Aufwertung der sozialen Berufe angehen, wird es nicht gehen."

Über 5,7 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in sozialen Berufen. 80 Prozent davon sind Frauen. Häufig arbeiten sie unter schwierigen Bedingungen bei viel zu geringen Löhnen. Mit einer Fachkräfteoffensive sowie der Konzertierten Aktion Pflege will das Bundesfamilienministerium ihre Arbeitsbedingungen verbessern und ihre Berufsfelder aufwerten.

Dr. Franziska Giffey:

"Wenn wir über mehr Lohngerechtigkeit sprechen, ist mir besonders wichtig, dass wir uns die sozialen Berufe anschauen. Die Frauen und Männer, die in diesem Bereich  arbeiten, haben eine anspruchsvolle Ausbildung für eine anspruchsvolle Tätigkeit. Aber ihre Arbeit erfährt nicht genügend Wertschätzung. Hier muss sich was verbessern. Berufe aufzuwerten, in denen bis jetzt überwiegend Frauen arbeiten, ist ein Weg, um die Lohnlücke zu schließen."

Als weitere Maßnahmen gegen die ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen wirken das Entgelttransparenzgesetz und das Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen. In diesem Jahr wird die Bundesfrauenministerin zudem eine Evaluierung des Entgelttransparenzgesetzes vorlegen und anschließend je nach Ergebnis bei dem Gesetz nachsteuern.

Der Equal Pay Day markiert jährlich den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssten, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen für die gleiche Arbeit zu erhalten. Gefordert wird, alle Berufe nach den gleichen sachgerechten und geschlechterneutralen Kriterien zu bewerten und zu bezahlen. Dies ist ein Schritt, um die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Am Aktionstag sind bundesweit wieder zahlreiche Veranstaltungen geplant, deren Vorbereitung der Verband Business Professional Women (BPW) als Initiator des Tags unterstützt. Das Bundesfrauenministerium fördert den Equal Pay Day seit 2008.