Jugendbildung

Kriminalitäts- und Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen

Kriminalität und Gewalt sind bei Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen nur ein vorübergehendes Entwicklungsphänomen: 80 Prozent der tatverdächtigen Jugendlichen und 90 Prozent der tatverdächtigen Kinder treten nur einmal strafrechtlich in Erscheinung.

Nur eine kleine (fast ausschließlich männliche) Minderheit der Jugendlichen - etwa 5 bis 10 Prozent der Tatverdächtigen beziehungsweise 0,36 bis 0,73 Prozent aller Jugendlichen - begeht eine Vielzahl von oft auch schwerwiegenden Straftaten. So entfallen etwa drei Viertel aller Gewaltdelikte auf dieses Klientel. Unter diesen "Intensivtätern" finden sich besonders viele Jugendliche aus psychosozial und ökonomisch benachteiligten Milieus, in denen oft eine hohe Gewaltaffinität besteht.

Die Kriminalitäts- und Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten 20 Jahren qualitativ und quantitativ erheblich weiterentwickelt. Vielfältige Konzepte zur Vermeidung von Kinder- und Jugendkriminalität wurden etabliert und die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz gestärkt.

Entsprechend dem Grundgesetz liegt die Umsetzungskompetenz für präventive Maßnahmen bei den Ländern. Das Bundesjugendministerium wird im Rahmen seiner Anregungskompetenz tätig. Es kann die Fachdiskussion auf ungelöste Probleme aufmerksam machen, selbst thematische Schwerpunkte setzen und Modelle initiieren, die zur Entwicklung und Weiterentwicklung von erfolgreichen Handlungsstrategien beitragen.

Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention

Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention am Deutschen Jugendinstitut. Seit 1997 hat sich die Arbeitsstelle zum zentralen und bundesweit anerkannten Ansprechpartner im Bereich der Kriminalitäts- und Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter entwickelt. Durch Beobachtung, Strukturierung und Qualifizierung der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention liefert sie der Bundesregierung die fachliche und wissenschaftliche Grundlage zur Entwicklung neuer Strategien und Handlungsansätze.