Kinder- und Jugendschutz

Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt schützen

Juliane Seifert mit Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit BehinderungenNeuer Inhalt
Juliane Seifert mit Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen© Jule Roehr

Am 24. Oktober haben sich Expertinnen und Experten in Berlin über ein Modellprojekt ausgetauscht, das Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besser vor sexualisierter Gewalt schützen soll. Das Bundesfamilienministerium fördert seit 2015 das bundesweite Modellprojekt "BeSt - Beraten und Stärken“. Ergebnisse wurden nun auf einem Netzwerktreffen vorgestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, diskutierten über die Ergebnisse und Erfahrungen mit Beschäftigten aus Einrichtungen, die am Projekt beteiligt sind.

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium:

"Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sind besonders häufig von sexualisierter Gewalt betroffen. Sie sind im Alltag oft auf Hilfen angewiesen, von ihren Bezugspersonen abhängig oder können sich nur schwer mitteilen und Hilfe holen. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass alle Einrichtungen, denen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen anvertraut sind, Schutzkonzepte entwickeln und umsetzen. Mit dem bundesweiten Modellprojekt 'BeSt - Beraten und Stärken' haben wir dafür einen wichtigen Impuls gesetzt. Nun kommt es darauf an, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt flächendeckend zu verbessern."

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, betonte:

"Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt muss oberste Priorität in unserer Gesellschaft haben. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Bestehende Missstände in Einrichtungen wurden allzu lange tabuisiert, verdrängt oder totgeschwiegen. Das Projekt 'BeSt - Beraten und Stärken' leistet einen wichtigen Beitrag, damit sich daran etwas ändert."

Im Rahmen des Modellprojekts werden bundesweit bis 2020 in über 80 Einrichtungen modellhaft Strukturen für den Kinderschutz verbessert und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema sexualisierte Gewalt fortgebildet. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Präventionsprogramm "Was tun gegen sexuellen Missbrauch - Ben & Stella wissen Bescheid", das speziell für Kinder und Jugendliche mit kognitiven Beeinträchtigungen entwickelt wurde. Bereits über 750 Mädchen und Jungen haben daran teilgenommen. Aus Anlass des Netzwerktreffens ging eine Website online, auf der sich Kinder und Jugendliche, Eltern und Fachkräfte über das Programm informieren können.

Das Modellprojekt "BeSt - Beraten und Stärken" wird in Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI) und bundesweit zehn Fachberatungsstellen mit den Arbeitsschwerpunkten sexualisierte Gewalt und Behindertenhilfe durchgeführt. Das Ziel ist, Mädchen und Jungen mit Behinderung vor sexualisierter Gewalt in (teil-)stationären Einrichtungen gezielt und nachhaltig zu schützen.