Safer Internet Day 2020

Kinder und Jugendliche vor Risiken in der digitalen Welt schützen

Eine Gruppe von Jugendlichen hält Transparente zu mehr Ehrlichkeit und Vielfalt hoch
Schülerinnen und Schüler treten am Safer Internet Day für Meinungsfreiheit, Ehrlichkeit und Vielfalt im Netz ein© klicksafe/Marcel Kusch

Welchen Idolen folgen Kinder und Jugendliche im Netz? Welchen Einfluss haben Influencer auf die Meinungsbildung? Und was sollten junge Menschen beachten, bevor sie einem Influencer folgen? Um diese Fragen ging es am 11. Februar beim Safer Internet Day. An dem internationalen Aktionstag beteiligten sich Schulen, Initiativen und Unternehmen, um Kinder und Jugendliche vor Gefahren im Netz zu warnen und für mehr Sicherheit einzutreten. In Deutschland wird der Safer Internet Day von der EU-Initiative klicksafe unter dem Motto "Idole im Netz. Influencer & Macht" umgesetzt. 

Bei der zentralen Schulveranstaltung an der Friedensburg-Oberschule in Berlin hat Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, mit rund 150 Schülerinnen und Schülern über die Verantwortung von Politik, Unternehmen und Influencern in der digitalen Welt diskutiert. Ebenfalls dabei waren David Miles, Safety Policy Director for Europe, Middle East and Africa bei Facebook, und Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen. 

Juliane Seifert hob dabei die Rolle der Anbieter hervor:

"Smartphone und Tablet gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie sollen selbstbestimmt und bewusst mir digitalen Medien umgehen können. Hier hilft klicksafe, das informiert und für einen kompetenten Umgang in der digitalen Welt mit zahlreichen Angeboten sensibilisiert. Aber Kinder und Jugendliche brauchen auch einen zeitgemäßen Schutz in der digitalen Welt. Hierfür legen wir ein modernes Jugendmedienschutzgesetz vor, das auch die Anbieter in die Verantwortung nimmt."

Das Bundesjugendministerium möchte den Kinder- und Jugendmedienschutz modernisieren, um Kindern, Jugendlichen sowie Eltern eine bessere Orientierung und mehr Schutz im Internet zu bieten. Es bedarf moderner Regelungen für einen zeitgemäßen Schutz vor sogenannten Interaktionsrisiken - zum Beispiel Cybermobbing oder Cybergrooming, Hassrede oder Abzocke durch Kostenfallen in Apps oder Games.

Anbieter sollen künftig zum Beispiel ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme bereitstellen und damit Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ungewollte Anfragen von fremden Personen zu melden. Außerdem sollen sie ihre Angebote effizient moderieren, umgehend auf Beschwerden von Nutzerinnen und Nutzern reagieren und Verstöße gegen geltendes Recht oder Community-Standards konsequent ahnden.

Für einen bewussten Umgang mit Medien unterstützt das Bundesjugendministerium die Initiativen "Gutes Aufwachsen mit Medien" und "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht". Diese sollen Kinder und Jugendliche im Sinne der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen fit für die digitale Welt machen und sie gleichzeitig besser vor möglichen Risiken schützen. Unterstützung für Eltern und Lehrkräfte bei der Medienerziehung bietet auch die Broschüre "Gutes Aufwachsen mit Medien".

Seit 2004 findet der Safer Internet Day jeweils im Februar statt. Der internationale Aktionstag wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen. 2020 haben in mehr als 100 Ländern zahlreiche Aktionen und Projekte rund um das Thema Sicherheit im Internet stattgefunden. In Deutschland wird der Safer Internet Day von klicksafe umgesetzt.