Digitales Deutsches Frauenarchiv

Geschichte der Frauenbewegung

Elisabeth Selbert, eine der "Mütter des Grundgesetzes"
Elisabeth Selbert, eine der "Mütter des Grundgesetzes"© Bildnachweis: Archiv der deutschen Frauenbewegung

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat am 5. Juli den Startschuss für den Aufbau des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) gegeben. Dort sollen erstmals gesammelte Informationen zur Geschichte der Frauenbewegung digitalisiert und auf einem Fachportal für die Öffentlichkeit präsentiert werden.

"Endlich wird es möglich sein, wertvolle Originale zum Beispiel aus dem Nachlass von Elisabeth Selbert - eine der 'Mütter des Grundgesetzes' - über das Internet zu finden", betonte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig. "Was mutige Frauen vor Jahrzehnten und Jahrhunderten dachten und taten, ist immer noch viel zu wenig bekannt. Mit dem Fokus auf Frauen als Zeitzeuginnen und Vorkämpferinnen zum Beispiel für das Frauenwahlrecht, erscheint die deutsche Geschichte in einem ganz anderen Licht. Ich bin stolz darauf, dass wir diesen Frauen eine digitale Plattform geben und sie so unvergesslich werden lassen."

Verschiedene Perspektiven der Frauenbewegung

Die Geschäftsstelle DDF hat zum 1. Juli 2016 mit dem Aufbau des Onlineangebots begonnen. Unterstützt wird das Digitale Deutsche Frauenarchiv bis 2019 durch das Bundesfrauenministerium. Auch das Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel (AddF) und der FrauenMediaTurm Köln (FMT) erhalten bis 2019 eine Förderung.

Ziel des DDF ist es, die vielfältigen Perspektiven der Frauenbewegungen widerzuspiegeln. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frauenbewegung der DDR und auf der Zeit der Wendejahre. Das DDF bietet die Grundlage für Forschungs-, Bildungs- und Informationsarbeit und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellungs- und Genderpolitik. Interessierte Nutzerinnen und Nutzer mit wissenschaftlichem oder pädagogischem Hintergrund, Journalistinnen und Journalisten, aber auch Suchmaschinen wie Google bekommen somit dauerhaften Zugriff auf die einzigartigen Materialien der fast 40 deutschsprachigen Archive des i.d.a.-Dachverbands.

Im i.d.a.-Verband sind Lesben- und Frauenarchive und -bibliotheken sowie Dokumentationsstellen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Italien organisiert. Sie arbeiten eng vernetzt zusammen und ergänzen sich bezüglich ihrer Bestände und Schwerpunkte. Ab 2018 wird das DDF unter www.frauenarchiv.de zugänglich sein.