Deutsche Antidiskriminierungstage 2019

Fachkongress "Was divers macht" eröffnet

Dr. Franziska Giffey steht am Rednerpult
Dr. Franziska Giffey eröffnet die Deutschen Antidiskriminierungstage 2019© Florian Gärtner/photothek.net

Unter dem Motto "Was divers macht" finden am 2. und 3. Dezember im Berliner Haus der Kulturen der Welt die "Deutschen Antidiskriminierungstage 2019" statt. Veranstalter ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Der Fachkongress wurde von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und dem kommissarischen Leiter, Bernhard Franke, am 2. Dezember eröffnet. 

Dr. Franziska Giffey betonte in ihrem Grußwort:

"Deutschland ist ein vielfältiges Land. Allerdings ist das gute Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in den letzen Jahren unter Druck geraten. Es besorgt mich, dass Anfeindungen, Rassismus, Homophobie oder Frauenfeindlichkeit um sich greifen. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie die 'Deutschen Antidiskriminierungstage'. Echte Vielfalt verlangt von allen geistige Beweglichkeit und die Bereitschaft zum Dialog. Sie erfordert auch Rücksichtnahme, Toleranz und Akzeptanz dafür, dass Menschen verschieden sind und unterschiedlich leben wollen. Und sie erfordert klare Grenzen der Toleranz, wenn Hass und Hetze die Stirn geboten werden muss."

Der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke, erklärte anlässlich der Eröffnung des zweitägigen Kongresses:

"Wir wollen Menschen ein Forum geben, die sich Tag für Tag gegen Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung und für Akzeptanz, Respekt und Gleichbehandlung einsetzen. Antidiskriminierungspolitik ist Grundrechtsschutz. Sie dient unserer Gesellschaft als Ganzes. Und damit dient sie jeder und jedem einzelnen."

Die Deutschen Antidiskriminierungstage werden in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtet. Mit mehr als 400 Teilnehmenden und mehr als 30 Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Fall-Werkstätten sind sie die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Forschung,  Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Medien, Bildung und Zivilgesellschaft diskutieren über aktuelle Probleme und Zukunftsfragen der Antidiskriminierungsarbeit. Der Kongress ist intersektional und interdisziplinär ausgerichtet. Er soll die Möglichkeit zur umfangreichen Perspektiverweiterung und Vernetzung geben.

Zu den Themen zählen Altersdiskriminierung ebenso wie die Chancen und Herausforderungen der sogenannten Dritten Option, also dem Eintrag des Geschlechts "divers" ins Personenstandsregister außer "männlich" und "weiblich". Auch Fragen der Inklusion, von Rassismus und Integration werden disktutiert. Ebenso geht es um die Frage, ob der Merkmalskatalog des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) heutzutage noch ausreichend ist, um Diskriminierung an Hochschulen oder im kirchlichen Arbeitsrecht zu vermeiden - bis hin zu Diskriminierungsrisiken durch Algorithmen.

Die Keynote zur Eröffnung hielt Prof. Naika Foroutan vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eingerichtet. Sie betreibt Öffentlichkeitsarbeit und Forschung zum Thema Diskriminierung und bietet eine rechtliche Erstberatung für Menschen, die aufgrund der ethnischen Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexuellen Identität, des Alters, einer Behinderung oder des Geschlechts benachteiligt worden sind.