Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch

Dr. Ralf Kleindiek eröffnet Konferenz "Aktionsplan im Dialog"

Dr. Ralf Kleindiek spricht bei der Eröffnung der Netzwerkkonferenz "Aktionsplan im Dialog"
Dr. Ralf Kleindiek spricht bei der Eröffnung der Netzwerkkonferenz "Aktionsplan im Dialog"© kinderschutz-zentren.org

Die Frage, was Kinder brauchen, um bestmöglichen Schutz vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung zu erfahren, beschäftigt am 17. und 18. November Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis bei der zweiten Netzwerkkonferenz "Aktionsplan im Dialog" im Umweltforum in Berlin.

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesjugendministerium, eröffnete die Netzwerkonferenz gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Herrn Johannes-Wilhelm Rörig.

"Das Recht von Mädchen und Jungen auf Schutz vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ist ein elementares Kinderrecht. Bei allen Maßnahmen, die wir in diesem Bereich ergreifen, müssen wir noch mehr vom Kind her denken", sagte Dr. Ralf Kleindiek in seiner Eröffnungsrede.

Das breite Themenfeld der Konferenz reicht von Präventions- und Schutzmaßnahmen in Einrichtungen, bedarfsgerechten Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene, Schutz vor sexueller Ausbeutung im Tourismus und Schutz in den digitalen Medien über Risiken sexueller Ausbeutung für geflüchtete Kinder bis hin zur Verbesserung von Schutz und Unterstützung für Kinder, die Opfer von Menschenhandel oder ritueller sexualisierter Gewalt geworden sind.

Die Konferenz fällt auf den zweiten Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Der Tag geht auf eine Initiative des Europarats zurück, die seit 2015 an diesem Tag zahlreiche Aktivitäten vor Ort und über die sozialen Netzwerke in den Mitgliedstaaten bündelt.

Die Netzwerkkonferenz dient in erster Linie der Weiterentwicklung des Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung und greift damit auch die Themen aus dem Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2014 auf.

Neben dem Staatssekretär würdigte auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig das Engagement der Akteurinnen und Akteure. In seiner Bilanz ging er unter anderem auf den wichtigen Start der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und die gemeinsam mit den Kultusbehörden der Länder entwickelte Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" ein. Beklagenswert sei nach wie vor die vielerorts nicht ausreichende Ausstattung der Fachberatungsstellen und die enorme Verzögerung bei der Reform des Opferentschädigungsgesetzes.

Guter Kinderschutz fängt mit der Stärkung von Kinderrechten an. Kinder haben ihre ganz eigenen Rechte - sie gehören ausdrücklich ins Grundgesetz. Das findet auch ein Großteil der Bevölkerung: In einer aktuellen Umfrage des Bundesfamilienministeriums sprechen sich 79 Prozent der Befragten dafür aus, dass die in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgelegten Kinderrechte ausdrücklich im Grundgesetz verankert werden.