"Einsam? Zweisam? Gemeinsam!"

Dr. Franziska Giffey zeichnet Initiativen gegen Einsamkeit im Alter aus

Dr. Franziska Giffey zeichnet Initiativen gegen Einsamkeit im Alter ausBMFSFJ

Einsamkeit ist ein vielschichtiges Phänomen mit unterschiedlichsten Ursachen. Vor allem ältere Menschen sind betroffen und brauchen Unterstützung. Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey hat am 18. März den Fachkongress "Einsamkeit im Alter vorbeugen - aktive Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen" in Berlin eröffnet.
In ihrer Rede unterstrich sie die wachsende Bedeutung des Phänomens.

Dr. Franziska Giffey:

"Wir wollen uns um die Menschen kümmern, die einsam sind oder von Einsamkeit bedroht sind. Jede und jeder einzelne kann das im eigenen Lebensumfeld tun: in der Nachbarschaft und sogar in der eigenen Familie. Einsamkeit vorzubeugen ist aber auch eine Aufgabe der Gesellschaft. Es ist nicht gut, wenn es dem Zufall überlassen bleibt, ob sich jemand kümmert. Wir brauchen gute Ideen und Angebote, die funktionieren und wirken."

Gemeinsam mit Franz Müntefering, dem Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), zeichnete Dr. Franziska Giffey zum ersten Mal die besten Initiativen gegen Einsamkeit im Alter aus. Motto des nationalen Wettbewerbs: "Einsam? Zweisam? Gemeinsam!".

 Dr. Franziska Giffey:

"Schicksalsschläge wie Tod, Erkrankung, aber auch Armut steigern das Risiko sozialer Isolation und Vereinsamung bei älteren Menschen. Weil Einsamkeit viele Gesichter und viele Gründe hat, gibt es nicht eine Lösung, sondern viele. Wie vielfältig das Engagement, die Ideen und die Lösungswege sind, beweist unser Wettbewerb. Dass wir dieses Engagement sichtbar machen und würdigen, zeigt: Wir kümmern uns um die Kümmerer. Sie sind Impulsgeber und Vorbild für andere. Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft besser. Im Kleinen wie im Großen."

Den Wettbewerb führte das Bundesseniorenministerium gemeinsam mit der BAGSO durch. Es gab insgesamt 601 Bewerbungen in fünf Kategorien. Eine sechsköpfige Jury aus Kommunen, Wissenschaft und Politik wählte die 15 Sieger in einer gemeinsamen Sitzung aus.

Kategorie Besuch und Begleitung:

  • 1. Platz: Caritasverband Frankfurt e.V. mit dem Projekt "Wegbegleiter & IKÖ“"
  • 2. Platz: ASB Düsseldorf mit dem Projekt "Geschichtsschreiber"
  • 3. Platz: AWO Stiftung Hamburg mit dem Projekt "Aktion Augen auf" sowie Tausend Taten mit dem Projekt "NAHbarn"

Kategorie Bildung und Kultur:

  • 1. Platz: Stiftung Generationen-Zusammenhalt in Hamburg mit dem Projekt "Kulturistenhoch2"
  • 2. Platz: ZIS-Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien aus Bremen mit dem Projekt "Alt ist nicht gleich alt"

Kategorie Mehrgenerationenhaus (MGH): 

  • 1. Platz: MGH Kaiserslautern mit dem Projekt "Auf Rädern zum Miteinander"
  • 2. Platz: MGH Haßberge mit dem Projekt "Gemeinsam statt einsam"
  • 3. Platz: MGH Bad Dürrheim mit dem Projekt "Im Netz daheim"

Kategorie Sport und Bewegung:

  • 1. Platz: SC Bayer Uerdingen mit dem Projekt "Sportpark Mobil 50+"
  • 2. Platz: Seniorenbeirat der Stadt Uebigau-Wahrenbrück mit dem Projekt "Lange Mobil und sicher zu Hause"

Offene Kategorie:

  • 1. Platz: Seniorenrat Kernen mit dem Projekt "Netzwerk Seniorenrat Kernen"
  • 2. Platz: Bad Bergzabern mit dem Projekt "Telefonring"
  • 3. Platz: Öcher Frönnde aus Aachen mit dem Projekt "Zeitbank" sowie Pfeiffersche Stiftung Magdeburg mit dem Projekt "Treffpunkt Wohncafe"

Der Preis ist mit insgesamt 22.500 Euro dotiert. Die ersten Plätze aus den Kategorien erhalten dabei jeweils 2000 Euro, alle weiteren Gewinnerinnen und Gewinner 1500 Euro sowie 1000 Euro.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger und die Projekte und Initiativen aus der Vorauswahl des Wettbewerbs für die Jury (bis zu 50 Projekte) präsentieren sich auf einem Markt der Möglichkeiten während des zweitätigen Fachkongresses gegen Einsamkeit im Alter.

Der Fachkongress findet im Anschluss der Preisverleihung statt und dient dem Austausch und der Vernetzung der Akteure. In fünf Fachforen wird über aktuelle Befunde aus der Forschung zum Thema Einsamkeit und soziale Isolation, neue Wege der Begegnung, kommunale Strategien, besondere Zielgruppen und europäische Strategien informiert und diskutiert.

Alle Informationen zum Wettbewerb und zu den Preisträgerinnen und Preisträgern finden Interessierte auf der Internetseite des BAGSO.

Das Bild teigt. Drm Franziska Giffey mit mehreren Menschen , die unter anderem Zertifikate in den Händen halten
Gemeinsam mit dem BAGSO-Vorsitzenden Franz Müntefering und der ehemaligen Bundesseniorenministerin Prof. Dr. Ursula Lehr zeichnet Dr. Franziska Giffey die besten Initiativen gegen Einsamkeit im Alter aus© Kathrin Harms