Woche der Demenz 2019

Dr. Franziska Giffey besucht Pflegeeinrichtung

Zwei Menschen spielen Memory
Etwa 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. Lokale Allianzen unterstützen sie und ihre Angehörigen vor Ort© BMFSFJ

Anlässlich der Woche der Demenz 2019 hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey am 17. September die Altenpflegeeinrichtung St. Elisabeth-Stift in Berlin besucht, wo sie sich gemeinsam mit Prof. Pierluigi Nicotera, dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), mit den Hilfeleistungen des Stifts für Menschen mit Demenz vertraut machte.

Dr. Franziska Giffey:

"Etwa 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. In manchen Familien stellt die Diagnose Demenz das ganze Leben auf den Kopf. Wir arbeiten gemeinsam daran, die Situation und die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern und ihre Angehörigen zu entlasten. Dafür brauchen wir starke Partner aus der Wissenschaft wie das DZNE genauso wie die 500 engagierten Lokalen Allianzen, die von meinem Ministerium gefördert werden. Außerdem haben wir die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie gestartet."

An der Nationalen Demenzstrategie arbeitet das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern, Kommunalen Spitzenverbänden, Fachverbänden und der Zivilgesellschaft.

Die Strategie soll bis zum Sommer 2020 fertig sein und hat unter anderem zum Ziel, eine gute Beratung für Menschen mit Demenz zu sichern und ihnen und ihren Angehörigen den Alltag zu erleichtern. Ein wichtiger Partner dabei ist das DZNE, das erforscht, wie die Therapien und die Versorgung von Menschen mit Demenz verbessert werden können.

Aktuelle Studien des Zentrums zeigen, dass eine Versorgung von Menschen mit Demenz in Netzwerkstrukturen führt zu einer signifikanten Entlastung der Angehörigen führt.

Prof. Pierluigi Nicotera:

"Vor allem die Belastung durch praktische Pflegetätigkeiten nimmt ab. Auch die Belastung durch den Umgang mit Behörden und Institutionen sowie durch Konflikte mit Beruf und Familie verringert sich. Darüber hinaus fördern Netzwerkstrukturen die Integration der Menschen mit Demenz in das Gesundheitssystem. Überdies konnte gezeigt werden, dass Angehörige von individueller Unterstützung profitieren, wenn sie Zugang zu sogenannten Care Managern haben. Das sind spezifisch qualifizierte Pflegekräfte, die eine vernetzte Versorgung kosteneffektiv und wirksam koordinieren können."

Im St. Elisabeth-Stift hat das Netzwerk "QVNIA - Qualitätsverbund Netzwerk im Alter - Pankow e.V." einen Schutzraum eingerichtet, in dem Menschen mit Demenz, die sich verlaufen haben, aufgenommen und betreut werden, bis ihr Wohnort ausfindig gemacht wurde.

QVNIA ist eine von 500 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz, die das Bundesfamilienministerium bis 2018 gefördert hat. Die Lokalen Allianzen werden seitdem durch eine Netzwerkstelle bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) weiter unterstützt.

Die Woche der Demenz ist erstmals im Jahr 2015 von der "Allianz für Menschen mit Demenz" als eine gemeinsame öffentlichkeitswirksame Maßnahme initiiert worden. Seitdem findet sie jährlich statt. Im Jahr 2019 steht sie unter dem Motto: "Demenz. Einander offen begegnen". Die Woche der Demenz liegt immer in der Woche, in der der Welt-Alzheimertag (21. September) begangen wird. Sie macht die Gesellschaft auf die Situation der an Demenz erkrankten Personen - insgesamt rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland - und deren Angehörige aufmerksam.