Zweites Zukunftsgespräch

Die Interessen des Kindes bei der Trennung der Eltern im Blick behalten

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley spricht an einem Rednerpult in einem Saal vor Publikum.
Bereits zum zweiten Mal fand das Zukunftsgespräch "Gemeinsam getrennt erziehen" mit Ministerin Dr. Katarina Barley im Bundesfamilienministerium statt © BMFSFJ

Im zweiten Zukunftsgespräch "Gemeinsam getrennt erziehen" ging es am 20. September um die Frage, welche Unterstützung Kinder und ihre Eltern vor, während und nach einer Scheidung oder Trennung erhalten sollen, damit Kinder bei ihren getrennt lebenden Eltern gut aufwachsen können.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley betonte:

"Die Perspektive der Kinder darf bei einer Trennung der Eltern nie aus dem Blick geraten. Die Trennung bedeutet im Leben der Kinder einen extremen Einschnitt, den sie bewältigen müssen. Viele Kinder müssen umziehen, einige leben nun in zwei Haushalten und pendeln zwischen Mutter und Vater hin und her. Beide Eltern müssen dabei unterstüzt werden, ihre Verantwortung  gegenüber dem Kind wahrzunehmen. Die zentrale Frage muss stets sein: Wie geht es unserem Kind am besten."

Zum Zukunftsgespräch eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Väter- und Mütterverbänden, Fachverbänden der Kinder- und Jugendhilfe und der Jugendämter sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich des Familienrechts. Anhand von wissenschaftlichen Vorträgen und Beispielen aus der Praxis wurde erörtert, wie Kinder im Trennungsprozess im Blick behalten werden können und welche Unterstützung die Familien dafür brauchen. Dabei wurden auch internationale Erfahrungen mit in die Überlegungen einbezogen.

In drei Vertiefungsgesprächen wurde beleuchtet, wie durch frühzeitige Beratung die Partnerschaftlichkeit der Eltern gestärkt und die Kinderinteressen berücksichtigt werden können. Dabei ging es auch um die Frage, welche besonderen Bedürfnisse Kinder aus hochstrittigen Familien haben und wie weitere Hemmnisse - zum Beispiel im Steuerrecht - abgebaut werden können, damit Eltern ihre Kinder nach einer Trennung partnerschaftlich erziehen können.

Dass sich viele Eltern auch nach einer Trennung die partnerschaftliche Erziehung der gemeinsamen Kinder wünschen, hatte das erste Zukunftsgespräch am 11. Juli gezeigt. Dort stellte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley eine Befragung von Trennungseltern vor. Demnach wünschen sich 51 Prozent der Trennungseltern, dass die Kinder die Hälfte der Zeit beziehungsweise annähernd gleichmäßig von beiden Elternteilen betreut werden. 15 Prozent der Trennungseltern erziehen bereits gemeinsam. Unter diesen Eltern haben 93 Prozent eher gute bis sehr gute Erfahrungen mit ihrem Betreuungsmodell gemacht.

Mit den Zukunftsgesprächen "Gemeinsam getrennt erziehen" setzt das Bundesfamilienministerium einen Dialogprozess über die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse getrennter Eltern in Gang.