Familienleistungen

Die Familienarbeitszeit

Eltern und Baby liegen auf dem Boden und lachen
Mehr Zeit für Familie und Beruf - für Väter und Mütter © Fotolia.de / Katie Martynova

Bereits zu Beginn ihrer Amtszeit hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Idee einer Familienarbeitszeit in die Diskussion um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingebracht.

"Eine Mehrheit der Eltern möchte Kinderbetreuung und Berufstätigkeit gleichmäßig aufteilen - doch nur wenigen gelingt es. Das will ich ändern: Mit der Familienarbeitszeit möchte ich Väter ermutigen, sich mehr Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Und Mütter sollen ihre Chancen im Berufsleben auch nach der Familiengründung ergreifen und so ihre Existenz sichern können."

Manuela Schwesig

Das Konzept der Familienarbeitszeit: Eltern jüngerer Kinder, die beide mit einer Arbeitszeit von 80 bis 90 Prozent arbeiten - das ist ein Korridor zwischen 28 und 36 Wochenstunden - sollen ein Familiengeld in Höhe von 300 Euro monatlich erhalten - je 150 Euro für die Mutter und für den Vater.

Berechnungsbeispiel der Familienpflegezeit
Beispiel: Eltern, die beide jeweils 80-90 Prozent arbeiten, sollen 300 Euro Familiengeld bekommen

Das Familiengeld soll insgesamt 24 Monate bezogen werden können - für alle Kinder, die ab einem bestimmten Tag geboren sind und in einem Zeitraum bis zu deren achtem Lebensjahr. Auch Alleinerziehende oder getrennt Erziehende sollen das Familiengeld erhalten. Alleinerziehende bekämen die vollen 300 Euro, getrennt Erziehende jeweils 150 Euro.

Anders als gewünscht haben Eltern nach der Familiengründung nicht ähnlich viel Zeit mit ihrem Kind. Dies liegt insbesondere daran, dass sich die Erwerbskonstellation von Eltern mit der Familiengründung verändert - oft auf Dauer. Väter arbeiten auch nach der Familiengründung fast ausschließlich in Vollzeit, häufig mit langen Wochenarbeitszeiten. Dagegen reduzieren Mütter ihre Arbeitszeit erheblich.

Dementsprechend groß ist auch die Arbeitszeitlücke zwischen Vätern und Müttern: Während Väter mit Kindern zwischen einem und vier Jahren durchschnittlich 41 bis 43 Wochenstunden arbeiten, sind die Mütter nur rund 25 Wochenstunden bezahlt erwerbstätig, übernehmen dafür aber den Großteil der Kinderbetreuung und der Hausarbeit. Während Mütter die Zeit mit Kindern meist als ausreichend empfinden und sich mehr Zeit für die Erwerbstätigkeit wünschen, sagen Väter, zu wenig Zeit mit ihren Kindern und der Familie zu haben und wollen zumeist weniger arbeiten.

Mit einer Familienarbeitszeit könnten beide Eltern Zeit für Familie und den Beruf gewinnen und sich selbst und ihre Familien finanziell absichern.

Das Familiengeld will

  • es Eltern erleichtern, ihre Zeit für Familie und Beruf gleichmäßiger aufzuteilen und einander zu entlasten,
  • Familien finanziell abgesichert wissen,
  • mehr Kindern Zuwendungszeit mit beiden Eltern ermöglichen,
  • die individuelle Existenzsicherung, Armuts- und Altersvorsorge beider Eltern - vor allem der Mütter - verbessern und dazu beitragen, dass sie ihre Existenzen sichern,
  • die Angleichung beruflicher Entwicklungschancen und der Löhne von Männern und Frauen befördern.