Dialog über demografischen Wandel wird fortgesetzt

Eine ältere Frau Im Rollstuhl hat ein Kleinkind auf dem Schoß. Sie liest dem Kind aus einem Buch vor
Lebensqualität aller Generationen sichern© Bildnachweis: Anna Haag

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, hat am 30. Oktober die nächste Arbeitsphase des Ministeriums in der Demografiestrategie der Bundesregierung eingeleitet. Die vier Arbeitsgruppen in Federführung des Bundesfamilienministeriums trafen sich zu einer gemeinsamen Auftaktsitzung. Als Vorsitzende der vier Arbeitsgruppen betonte Manuela Schwesig in ihrer Rede: "In Zeiten des demografischen Wandels mit seinen vielfältigen Herausforderungen geht es darum, die Lebensqualität, das Wohlergehen und das Miteinander der Generationen zu stärken."

Als Gestaltungspartner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeiten in allen vier Arbeitsgruppen Vertreterinnen und Vertreter der Länder und Kommunen, der Verbände und Sozialpartner, Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie andere Akteure der Zivilgesellschaft mit. Aus ihren Reihen kommt auch der beziehungsweise die jeweilige Ko-Vorsitzende der Arbeitsgruppen.

Der Dialogprozess ist zentraler Bestandteil der Demografiestrategie. Er wurde bereits im Oktober 2012 gestartet und tritt nun in die nächste Phase ein. In insgesamt zehn Arbeitsgruppen sollen wirkungsvolle Lösungsansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels erarbeitet werden. Die Ergebnisse sollen im Rahmen von zwei Veranstaltungen im September 2015 und Frühjahr 2017 vorgestellt werden.

Grafik zum Altenquotient in Deutschland (65jährige und Ältere je 100 20-64jährige), Bildnachweis: BiB/ destatis
Altenquotient in Deutschland (65jährige und Ältere je 100 20-64jährige)© Bildnachweis: BiB/ destatis

Die Arbeitsgruppe "Gute Partnerschaften für starke Familien" hat sich am 30. Oktober neu konstituiert. In dieser Arbeitsgruppe wird es besonders um eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter gehen. Die Arbeitsgruppe will die gestaltbaren Rahmenbedingungen in den Bereichen Zeit, Infrastruktur und wirtschaftliche Sicherheit in den Blick nehmen.

Neu ist die Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft", die auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gegründet wurde. Sie bringt eine neue Dimension in die Demografiestrategie ein. Das Schwerpunktthema lautet: "Jugend in ländlichen Regionen". Wichtigstes Element der Arbeitsgruppe ist die aktive Jugendbeteiligung, denn junge Menschen wollen gehört werden, mitentscheiden und mitgestalten, wenn es um ihre Zukunft geht. Die Fachleute der Arbeitsgruppe wollen einen offenen Dialog mit jugendlichen Expertinnen und Experten in eigener Sache führen. Die Jugendlichen werden in der Arbeitsgruppe ihre Ideen und Potenziale selbst artikulieren und den demografischen Wandel in ihren Kommunen aktiv mitgestalten.

Die Alterspyramide, Bildnachweis: BMFSFJ, Datenquelle: Statistisches Bundesamt
Die Alterspyramide - der Sockel der jüngeren Jahrgänge wurd eim Vergleich zu 1950 deutlich schmaler© Bildnachweis: BMFSFJ, Datenquelle: Statistisches Bundesamt

Die Arbeitsgruppe "Selbstbestimmtes Leben im Alter" setzt ihre Arbeit mit neuen Akzenten fort. Zentral ist das Leben im Quartier. In der Nachbarschaft werden die Weichen für Selbständigkeit, aktive Teilhabe und Selbstbestimmung bis ins hohe Alter gestellt. Wege zu einem alter(n)sgerechten Wohnumfeld und die Vernetzung vor Ort werden in den Blick genommen. Programme auf Bundesebene, die im Sozialraum wirken, sollen besser miteinander verknüpft werden.

Die Arbeitsgruppe "Allianz für Menschen mit Demenz" begleitet die Umsetzung der Agenda "Gemeinsam für Menschen mit Demenz", die in den vergangenen zwei Jahren von den Mitgliedern erstellt und am 15. September von den beiden Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, sowie allen Gestaltungspartnern unterzeichnet wurde.

In ihrer Rede schlug Bundesministerin Manuela Schwesig vor, den gemeinsamen Arbeitsprozess unter das Leitbild "Lebensqualität aller Generationen" zu stellen: "Schwerpunkt der Agenda für alle Generationen soll es erstens sein, gleichberechtigte Teilhabechancen und das Miteinander vor Ort zu stärken. Und zweitens: Mehr Zeit. Mehr Zeit für Familie, für Pflege und für den Beruf."