Deutsche Islam Konferenz

Manuela Schwesig beim Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz
Manuela Schwesig beim Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz© Bildnachweis: Henning Schacht

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat am 10. November am Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz (DIK) teilgenommen und dabei die Wichtigkeit der Arbeit von islamischen Verbänden und Gemeinden betont.

Insbesondere im Hinblick auf die wachsenden Flüchtlingszahlen lobte sie ausdrücklich das große ehrenamtliche Engagement in den Moscheegemeinden: "Gerade hier leisten islamische Verbände einen wertvollen Beitrag zur Integration."

Neben aktuellen Themen haben sich die Partner der DIK in den vergangenen Monaten auf staatlicher und muslimischer Seite intensiv mit dem Thema der islamischen Wohlfahrtspflege in Deutschland beschäftigt. Im Ergebnis ist am 10. November ein gemeinsames Abschlussdokument verabschiedet worden, in dem Stand und Ausblick auf die Entwicklung einer umfassenden islamischen Wohlfahrtspflege festgehalten wird und weitere Schritte vereinbart werden.

In fast allen Moscheegemeinden in Deutschland sind soziale Angebote im Sinne der Wohlfahrtsarbeit für hilfsbedürftige Menschen fester Bestandteil. Eine Reihe von islamischen Wohlfahrtseinrichtungen ist bereits in das deutsche Wohlfahrtssystem integriert. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur interreligiösen Öffnung der Wohlfahrtsstrukturen geleistet.

"Es gibt bei den Musliminnen und Muslimen in unserem Land einen Bedarf an muslimischer Wohlfahrtspflege. Diesen Bedarf müssen wir in unserer Wohlfahrtspflege decken", sagte Manuela Schwesig. Dafür wollen die Partner der DIK Unterstützung und Hilfe bei der Entwicklung und Professionalisierung der islamischen Wohlfahrtsarbeit leisten.

So soll eine Koordinierungs- und Beratungsstelle auf Bundesebene geschaffen werden, deren Ziel die Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Best Practice-Beispielen zu islamischer und interkultureller Wohlfahrtspflege sein wird. Weiterhin wird die Koordinierungs- und Beratungsstelle einen "Runder Tisch Wohlfahrtspflege" zur Förderung des Dialogs zwischen den islamischen Verbänden und den Wohlfahrtsverbänden etablieren und ein bundesweites Netzwerk zur Beratung von Moscheegemeinden und muslimischer Wohlfahrtseinrichtungen aufbauen. Träger werden die islamischen Verbände selbst sein.

"In wenigen Jahren wird und muss die muslimische Wohlfahrtspflege ein fester Bestandteil der Wohlfahrtspflege in Deutschland sein. Dazu gehört für mich auch, dass sich die Verbände interkulturell öffnen", sagte Manuela Schwesig. "Interkulturelle Öffnung ist ein Prozess, der an alle Beteiligten seine Anforderungen stellt und von dem alle Beteiligten profitieren. Diesen Prozess werden wir gemeinsam gestalten."

Die Deutsche Islam Konferenz wurde 2006 initiiert und stellt den Beginn eines langfristig angelegten Dialoges zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslimen dar. Ziel der Konferenz ist es, in einem institutionellen Rahmen den Dialog zwischen Menschen muslimischen Glaubens und Vertretern des Staates voranzutreiben und eine bessere religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung zu erreichen.